Handlung: Obwohl es in den letzten vier Tagen, ohne weitere Zwischenfälle, ruhig geblieben war, hatten die Bewohner von Château Montagne nur ein angespanntes Weihnachtsfest erlebt. Seit sie von Sara Moon wissen, dass die Hölle durch Avalon auf Kollisionskurs mit der Erde ist, ist ihnen bewusst, dass es jederzeit zum Aufprall kommen kann, der nicht nur Erde und Hölle, sondern auch alle Bewohner des Multiversums vernichten wird. Obwohl sie ständig gemeinsam überlegen fällt niemandem ein Gegenplan ein. Erst ein weiterer Besuch von Sara Moon bringt den Durchbruch. In Absprache mit Sara schlägt Zamorra vor, DAS REINE, Luzifer und Michael zu einem klärenden Gespräch im Château zusammen zu bringen, bevor es zu spät ist. Sara soll versuchen, über Stygia, an Luzifer heran zu kommen. Zamorra versucht über ein Gebet erneut mit Tophoas Kontakt aufzunehmen, damit dieser Michael informiert. Bill Fleming will als bisheriges Gefäß Gottes den Spieß umdrehen und versuchen DAS REINE zu rufen. Kommt dieses ungewöhnliche Spitzengespräch wirklich zustande und kann es der Weg zu einer Lösung sein?
Meinung: Zum Jahreswechsel folgte nun das Ende des Michael-Zyklus von Thilo Schwichtenberg, mit allen Folgen, die sich nun daraus ergeben würden. Daraus ergab sich die unvermeidliche Frage: Wie groß würde am Ende die angekündigte Sterberate tatsächlich ausfallen? An gewisse Gesetzmäßigkeiten einer Serie war Thilo ja trotz allem gebunden, besonders was die Titelfigur betraf. Das sehr gute Titelbild zeigte den Erzengel Michael in Aktion mit seinem Flammenschwert. Es wurde dieses Mal wieder von Mario Heyer mit Hilfe von KI – Software geschaffen.
Dieser Roman von Thilo begann mit einem spürbaren Endzeit-Szenario, dem die berühmte Ruhe vor dem Sturm voraus ging. Irgendwie warteten entweder alle Protagonisten auf den großen Knall, der Ihnen Tod und Vernichtung bringen würde, oder einfältigere Charaktere wollten sogar blindlings angreifen ohne die Folgen zu überdenken. Die aktuelle reale instabile Weltlage spielte Thilo dabei ausgezeichnet in die Hände. Er verstand es perfekt diese Vorgabe für seinen Roman zu nutzen. Einzig die Engel versuchten die Ruhe zu bewahren und mit einer besonderen Sphäre, dem sogenannten Engelsfeld, die Erde und ihre Bewohner zu schützen. Michael versuchte seinen Bruder Luzifer aufzuspüren, um ihn zur Rede zu stellen. Luzifer war aber, ganz nach dem Vorbild weltlicher Drahtzieher, in einem unbekannten Versteck untergetaucht.
Sehr unterhaltsam waren auch die Gespräche der Erzengel untereinander. Es war sehr vorbildlich wie sie auch unterschiedliche Meinungen mit Ruhe und Gelassenheit ausdiskutierten, obwohl die Lage gleichzeitig stetig brenzliger wurde. Ein Ansatz war ja auch richtig. Es gab Menschen in der heutigen Zeit auf der Erde, die schlimmer als Dämonen waren und es nicht verdienten gerettet zu werden. Das Gegenteil zur kultivierten Diskussion der Engel, waren wieder einmal Zarkahr und Melmoth III.in der Hölle. Sie gebärdeten sich aggressiv, engstirnig, heißblütig und hirnlos wie immer, ganz genauso wie es auch einige Politiker und Staatsführer auf der Erde waren. Einfach eine köstliche Parodie auf diese namentlich nicht näher genannten Personen, die wohl jeder kennt.
Sara Moon war die erste gewesen, die bemerkte das große Ereignisse ihre Schatten voraus warfen. Zunächst erhielt sie plötzlich ein 5D – Update für ihre Bildkugel im Saal des Wissens, die nun keine Kugel mehr war. Außerdem wurde sie unvorbereitet mit ungeheurem Wissen überhäuft, so dass sie fast davon erdrückt wurde. Sie sollte wohl die Nachfolge eines bekannten Machtwesens antreten, dass sich wiederum für den Erhalt des Multiversums opfern wollte. Nur hatte es seine Rechnung ohne den Zorn Luzifers gemacht.
Obwohl sie nicht namentlich genannt wurde, wurde schnell klar, dass die neue Novizin des Engels Tophoas keine geringere als Teri Rheken war. Damit war auch klar, dass Thilo sie nicht nur durch eine kurze Bemerkung abservieren wollte. Das hätte mich auch gewundert. Sollte ihre Zukunft nun in der Welt der Engel liegen und ihr irdisches Dasein damit beendet sein, weil die Alternative für sie nur noch der Tod war? Nach und nach fügte sich das neue Serienbild zusammen. In diesem war auch kein Platz mehr für LEGION. In einem plötzlichen Wutanfall machte Belial ihn im wahrsten Sinn des Wortes platt.
Allerdings wurde am Ende ein namentlich nicht genannter Dämon aus LEGION ins Leben zurück gerufen. Als Ausgleich für Bill Fleming der ebenfalls bleiben durfte und erst einmal im Château unterkam. Sein Tod wurde nach achtunddreißig Jahren aufgehoben. Stygia wurde erneut erhöht und zur neuen Kaiserin der Hölle erhoben. Sie war also an ihrem Wunschziel angekommen. Dass kostete sie allerdings auch einen gewissen Preis. Nebenbei sollte sie künftig als Gegenpol zu Sara Moon, die neue Schicksalswaage bilden. Weil sich DAS REINE, Luzifer und Michael vereinigten und als Trio auf Familienurlaub, außerhalb dieses Universums , gingen, blieb Zamorra die Reinkarnation erspart. Die Hölle und Avalon wurden nun Sphären versetzt in die Erde integriert. Danach brauchte nur noch Silvester gefeiert zu werden.
Meiner Meinung nach hatte Thilo letztendlich ein gutes Ende geschaffen und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt. Dass vorher angekündigte große Sterben hielt sich aber in überschaubaren Grenzen. Er hatte sich aber auch zumindest noch eine Überraschung aufgespart, über die spekuliert werden konnte. Ich war mir sicher, dass diese nicht lange allein bleiben würde.
Mir hatte der Roman Spaß gemacht und ich fühlte mich auch jederzeit gut unterhalten. Deshalb entschied ich mich dafür, auch diesen Roman mit der Note 2 = Gut zu bewerten und wieder 4 von 5 Amuletten an Thilo zu vergeben. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
