Handlung: Aufgrund eines nächtlichen Notrufs rasen John und Suko zum kleinen Dorf Titsey, außerhalb von London. Ihr Ziel ist ein Bauernhof, von dem eine gewisse Selma Fenton einen Notruf absetzte. Die zuerst eingetroffenen Streifenpolizisten fanden den angefressenen Kopf eines Berner Sennenhundes, eine zerstörte Panoramascheibe und viel Blut vor, aber keine Spur von Selma Fenton. Während sich John noch mit Inspektor Dietrich um die Kompetenzen streitet, wird ein Hundeführer in der Scheune das Opfer einer Echse, die die Größe eines Menschen hat. John und Suko entdecken, dass auch die gesuchte Selma Fenton dabei ist zu einer Echse zu mutieren. Kurz darauf werden auch sie angegriffen und geraten in Lebensgefahr.
Unterstützt von zwei Polizeihunden, von denen einer sein Leben lässt, können sich John und Suko befreien und die Echsen-Mutanten schließlich vernichten. Aufgrund eines Namensschildchens, in der Hose des männlichen Mutanten, gehen John und Suko davon aus, dass es sich um Carter Fenton handelte, der in einer Privatklinik in Oxted behandelt wurde. Kann es sein das in dieser Klinik mit dem verschwundenen Echsen-Serum experimentiert wird, dass der sogenannte verstorbene Professor Snake entwickelte? John und Suko brechen umgehend auf um sich Gewissheit zu verschaffen und eine mögliche Invasion von Mutanten zu verhindern.
Meinung: in diesem spannenden Roman von Ian Rolf Hill ging es von Anfang an, ohne großes Vorgeplänkel, erst einmal richtig zur Sache. Das Titelbild von Timo Wuerz zeigte dabei die Szene, in der Selma Fenton noch verzweifelt versuchte, ihrem zur Echse mutierten Ehemann, durch das Badezimmerfenster zu entkommen. Besonders tragisch und perfide daran war, dass dem unheilbar an ALS erkranktem Ehemann Carter eine neue Behandlungsmethode seiner Krankheit angeboten wurde, die aber zum Rohrkrepierer wurde. Ich musste ALS erst einmal googeln weil ich diesen Fachbegriff nicht kannte. Der Begriff Muskelschwund war mir aber natürlich nicht neu. Die genaue und ausführliche medizinische Erklärung schilderte Ian Rolf Hill später, als John das Gespräch mit Doktor Xaver Smith führte.
Zum Thema Echsen-Mutationen fiel mir natürlich sofort der Visionär ein, der dieses spezielle Serum, dass der sogenannte Professor Snake produzierte, an sich nahm. Nun war also der Zeitpunkt gekommen zudem er aktiv wurde.
Nebenbei gefiel es mir immer wieder gut, dass Ian Rolf Hill regelmäßig darauf einging , dass John schlaflose Nächte nicht mehr so leicht, wie in früheren Jahren verkraftete. Ein kleiner Hinweis darauf, dass auch er alterte und nicht mehr der Jüngste war. Auch mir ging es immer wieder so wenn Nachtschichten anstehen.
Erfrischende Flachsereien fehlten nicht und lockerten die dramatische Handlung immer wieder einmal auf. Genauso wie die Bemerkung über den Horrorschriftsteller der aufgrund seiner perfiden Ideen, sich mal dringend auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen sollte. Da hatte sich Ian Rolf Hill gekonnt selbst auf die Schippe genommen.
Besser als in der Zamorra-Serie gelang hier die chronologische Romanfolge. Durch kleinere Kommentare war erkennbar, dass es wirklich Winter war und hier der Monat Januar zur Handlungszeit passte.
Eine große Überraschung gab es im Schlussdrittel , als Suko das Geheimnis der Polizistin Doreen Templeton erfuhr, die die Geisterjäger als heimliche Helferin unerkannt immer wieder einmal in brenzligen Situationen unterstützte. Genauso wie der Schachzug mit Doreen gelang es Ian Rolf Hill zumindest bis zum Schluss Zweifel zu sähen, ob nun Xaver Smith oder Professor Kent der Verantwortliche für die Experimente mit dem Echsen-Serum und somit ein Mitglied der Visionäre war.
Unglaublich spannend und scheinbar aussichtslos war der finale Kampf mit der Übermacht an Echsen. John verlor im Kampf den Bumerang und hatte danach nur noch das wirkungslose Kreuz, die Beretta, mit der die Echsen höchstens zurückgeworfen aber nicht vernichtet werden konnten und den silbernen Nagel. Dazu musste er noch ein Kind schützen. Mit den letzten Kugeln wollte er den Jungen und sich selber erschießen, damit das Los ebenfalls zur Echse zu mutieren beiden erspart würde. Nur war die Beretta schon vorher leer geschossen. Seltsamerweise bemerkte Suko hinterher, dass doch noch ein Schuss in der Beretta gewesen war. Ladehemmung im richtigen Moment? Oder griff hier doch eine höhere Macht ein um Johns Verzweiflungstat zu verhindern? Nicht auf jede Frage gab es immer eine Antwort. Seltsam? aber so stand es geschrieben.
Ein weiterer Höhepunkt war zweifellos die kleine Auseinandersetzung zwischen Lilith und dem Spuk. Klar das der Spuk die widerstandsfähigen und schwer zu besiegenden Echsen-Mutationen mit sich nahm, um seine Armee zu stärken.
Am Ende lag der Bumerang auf der Straße und brauchte nur aufgehoben zu werden. Es gab aber noch eine letzte Überraschung die den flüchtigen Xaver Smith betraf. Er war kein Arzt, sondern ein Chemiker und dazu noch bei Hopkins Chemicals angestellt, dem Konzern den einst Sheilas Vater schuf und leitete.
Mit diesem Paukenschlag endete dieser sehr gute Roman von Ian Rolf Hill dann endgültig, der mich von der ersten bis zur letzten Zeile in seinen Bann zog. Ganz klar dass ich mich bei der Gesamtbewertung dann auch für die Note 1 = Sehr gut entschied und 5 von 5 Kreuzen vergab. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Top ab.
:thumbup: :buch: