Handlung: John erhält einen telefonischen Hilferuf. Der Anrufer fürchtet sich vor einer Botin der Hölle, bevor die Leitung unterbrochen ist. Mit Hilfe von Experten des Yard kann der Anruf zurückverfolgt werden. Der Hilferuf kam von Guido Egan, einem Küster aus dem südlichen Stadtteil Hackbridge. Als John dort eintrifft findet er Egan ermordet vor. In der angrenzenden Kirche trifft er auf die Mörderin, die sich Botin der Hölle nennt und auf deren Gesicht ein auf dem Kopf stehendes Kreuz eingebrannt wurde. Als John ihr sein Kreuz zeigt ergreift sie die Flucht. Als sie vor der Kirche versucht John anzugreifen, erschießt der Geisterjäger sie. Nach seiner Rückkehr erhält John Anrufe von Father Ignatius und Sophie Blanc. Die sogenannten Botinnen der Hölle, die sich auch als neue Engel ansahen, waren sowohl im Vatikan, als auch in Alet-les-Bains ebenfalls aufgetaucht. Von Sophie erfährt John außerdem, dass Godwin mit zwei Brüdern unterwegs ist, aber niemand von ihnen erreicht werden kann. Eigentlich wollten sie nur die Bibliothek eines Klosters inspizieren, dass geräumt werden sollte. John entschließt sich dazu umgehend nach Alet-les-Bains zu reisen. War Godwin womöglich in eine Falle gelockt worden und hatte sein Verschwinden etwas mit dem plötzlichen Auftauchen der Botinnen der Hölle zu tun?
Meinung: Auf der Leser-Seite dieses Romans gab es den informativen 1. Teil eines Interviews von Dennis Erhardt mit Jason Dark zu den Themen John Sinclair und Jasons Verbindung zum Dämonenkiller Dorian Hunter, die ich zuvor nicht kannte. Nach mehreren Jahren Einzelromanen aus seiner Schreibmaschine war dieser Roman der 1. Teil eines neuen Zweiteilers vom Meister der Geister. Das dazu passende sehr gute Titelbild, dass eine Botin der Hölle zeigte, erstellte Timo Wuerz.
Ich gab zu, ich war vor diesem Zweiteiler etwas skeptisch und gespannt zugleich. Würde es Jason gelingen den zuletzt unübersehbaren Aufwärtstrend seiner letzten Romane auch über einen gesamten Zweiteiler hinweg fortzusetzen? Oder würde es doch Stellen und Situationen in den beiden Romanen geben, denen man anmerkte, dass sie künstlich und gewaltsam in die Länge gezogen wurden? Ich wünschte mir das Erste und dass es ein guter Zweiteiler sein würde.
Der Roman begann erstaunlich temporeich, rasant und spannend. Kurz darauf stellte es sich heraus, dass die heilige Hexe Kolumba einen weiteren Auftritt hatte. Sie tauchte erstmalig in Band 2304, von Jason Dark, auf und sollte im Kloster der Templer eine sichere Zuflucht finden. Dafür dass sie beim Angriff der Baphomet-Jünger auf das Kloster nicht erwähnt wurde, gab Jason gleich eine einfache und logische Erklärung ab. Sie war zu dieser Zeit einfach in eigener Sache unterwegs gewesen. Sehr vorbildlich gelöst. So sollte es immer sein, wenn es darum ging die Einheit der Serie zu bewahren. Kolumba hatte sich mittlerweile mit Sophie angefreundet und sich im Kloster und im Ort auch als Heilerin bewährt.
Ein wenig nahm sich der gut aufgelegte Jason auch selber auf die Schippe, als er im Roman die Frage stellen ließ, woher der Küster wohl Johns private Telefonnummer hatte? Ein Frage die im Leserkreis seit Jahren schon oft gestellt wurde. Hatten doch schon im Laufe der Serie unzählige Gegner John privat angerufen, die eigentlich seine Telefonnummer nicht hätten haben können. Ich fand diese Bemerkung jedenfalls sehr ironisch und humorvoll. Es gab bestimmt irgendwo ein besonderes höllisches Telefonbuch mit den Telefonnummern von Geisterjägern.
Romano Deri, der teuflische Abt, änderte seine Pläne nach Belieben, oder nach Stimmung, Lust oder Laune. Zuerst wollte er Godwin zusammen mit seiner Frau Sophie töten, wenn diese der Lockung nachkam und das Kloster erreichte. Am Ende des Romans gab er jedoch seinen höllischen Brüdern den Befehl, Godwin zu holen, damit er ihn nun doch sofort töten konnte.
Mein gesamtes Fazit zum ersten Teil dieses Zweiteilers fiel am Ende positiv aus. Der Roman wurde auch vom Textbild her sehr sauber geschrieben. Er war zwar nicht frei von Textfehlern, wie der Roman von Oliver Fröhlich. Sie blieben aber im akzeptablen Rahmen auf gutem Niveau. Unnötige Längen oder unnatürliche Dialoge gab es ebenfalls nicht. Ganz im Gegenteil. Der Roman war jederzeit spannend und angenehm kurzweilig zu lesen. Durch nicht zu lange Kapitel wurden schnelle Perspektivwechsel ermöglicht. Außerdem gefiel es mir ausgezeichnet, dass sich Jason nicht nur auf einen Handlungsort beschränkte, sondern die Angriffe der Höllenengel auf mehrere Orte ausweitete. Während John in Südfrankreich weilte und sich dort den Botinnen der Hölle stellte, wurden in London Suko, Glenda und die Conollys ebenfalls von ihnen angegriffen. Nicht zu vergessen die Attacke in Rom und im Vatikan.
Kurz zusammen gefasst entschied ich mich dafür, diesen Roman von Jason mit der Note 2 = Gut und damit mit 4 von 5 Kreuzen zu belohnen. Der Meister der Geister hatte wohl seine Schwächephase endgültig überwunden, seinen Aufwärtstrend bestätigt und mischte wieder sehr aktiv und in guter Form im Serien-Geschehen mit. Einfach unverwüstlich und das fand ich toll. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr gut ab.
:thumbup: :buch: