Weil sie John mit dem Eisernen Engel geholfen hat, hat Cruciata noch etwas gut bei ihm. Die Spinnendämonin mit ihrer eigenwilligen Art hat sich dafür entschieden, dass der Geisterjäger sie einfach nur einen Tag in Rom begleiten soll. Das wird sicher eine entspannte Zeit.
Die Kinder Marylin und Joel babysitten derweil Suko und Shao. Irgendein Angestellter der Weißen Macht hätte es sicher auch getan, aber dann hätte IRH ja keine weiteren Figuren von der Stammbesetzung unterbringen können. Naja, mir hätten John und Cruciata schon gereicht.
Jedenfalls nutzt der Autor erstmal die Zeit, alte Geschichten in Erinnerung zu rufen und was seine Lieblingsfiguren von „Team Rom“ alles erdulden mussten. Unterlegt mit dem typischen verschrobenen IRH Humor, der bei Cruciata zum Glück deutlich geringer ausgeprägt ist, als bei Hel.
Asmodis möchte bei der Gelegenheit zwei seiner lästigen Feinde loswerden. Ein Mafiaclan soll die Drecksarbeit übernehmen. Nach dem ersten Heftdrittel schlägt die Falle zu und der gemütliche Teil des Romans ist vorüber. John wird entführt. Und Cruciata soll ihn töten, weil das halt in der Natur der Dämonen liegt. Asmodis hat wohl vergessen, dass die Spinnendämonin nicht von hier kommt, sondern aus einer anderen Dimension, wo Menschen und Dämonen halt doch seit Ewigkeiten coexistieren. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Cruciata sich überzeugen lässt.
Aber wie so oft haben die Gegenspieler bei IRH viele verborgene Motivationen und denken um drei Ecken.
Asmodis lässt den entführten John im Glauben, Cruciata hätte etwas damit zu tun, denn er findet sich in einem gigantischen Spinnennetz wieder. Dabei gibt es sicher auch andere Spinnendämonen außer Crucia, die er hätte engagieren können. Oder vielleicht selbst das Netz erschaffen, er ist immerhin der Teufel? Auch hat er John das Handy gelassen, damit der Geisterjäger seine Freunde rufen kann.
Die kommen dann natürlich im perfekten Timing dazu, als die echte Cruciata John aus dem Netz befreien will und Suko ohne Fragen zu stellen auf sie schießt. Davina hält ihn zwar rechtzeitig auf, aber Asmodis‘ Plan scheint aufzugehen. Zumindest ein gewisses Misstrauen Cruciata gegenüber ist da und niemand kommt auf die Idee, dass das dämonische Spinnennetz auch von jemand anderem kommen könnte. Da offenbart sich völlig unnötig die andere Teufelsspinne und entschärft damit die Situation. Es kommt zum Kampf der Monsterspinnen, den Cruciata für sich entscheidet. Das ist ja gerade nochmal gut gegangen.
Diesmal spielt Lilith nicht mit, aber Asmodis ersetzt sie ganz gut, mit seinen Spielchen und Täuschungen. Da er aber nicht Lilith ist, darf er am Ende scheitern und seine Intrige schlägt fehl. Opfer sind John und Cruciata, die gegeneinander ausgespielt werden sollen. Mit der Spinnendämonin kann ich wenig anfangen. Wie mit allen Figuren, die diesen IRH-Humor haben. Auch wieder so eine Sache, die andere Leser gerade toll finden.
Naja. So richtig begeistert hat mich die Geschichte nicht. Es war doch relativ schnell klar, dass Cruciata nicht dahintersteckt oder zumindest nicht zwingend muss. Den Helden kommt aber nicht der Gedanke, dass es in der Welt von JS sicher auch andere Dämonen geben wird, die Netze spinnen können. Erst als die wahre Übeltäterin sich etwas zu unnötig offenbart, geht ihnen ein Lichtlein auf. Klar, Cruciata beschuldigt Simone. Aber die könnte ja weiterhin so tun, als wüsste sie von nichts. Womit es durchaus eine Chance gegeben hätte, dass es knallt. Zumindest beim schießwütigen Suko.

(6 von 10 Kreuzen) und nach einigem Überlegen ein schwaches GUT. Geschichte ist nur Mittel, aber unabhängig davon gibt es ja noch den flotten Schreibstil.