Handlung: Chiefinspektor Tanner fordert John und Suko einmal mehr an, um ihre Meinu g zu einem neuen Tatort zu hören, der in einem kleinen Londoner Waldstück liegt. Dort wurden drei Leichen enthauptet und verbrannt, denen zuvor die Herzen entnommen wurden. Die Köpfe wurden aber nicht gefunden. John und Suko fragen sich, ob jemand damit verhinder wollte, das Vampir-Opfer zu einer neuen untoten Existenz erwachen. Die Vermutung der Geisterjäger wird am nächsten Morgen im Büro, durch einen Anruf aus der Rechtsmedizin bestätigt. Die Leichen waren tatsächlich komplett blutleer. Auffällig war noch gewesen, dass einer der beiden männlichen Toten regelmäßig zur Maniküre ging. Gehörte er vielleicht zur Model-Szene? John fällt es plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass ganz in der Nähe des Fundorts eine Burg stand die Frederick Beauchart gehörte. Als Naema dorthin flüchtete, wurde dort noch ein Nachtclub betrieben. Durch einen Anruf bei Beauchart erfährt John schließlich, dass dieser die Burg mittlerweile an Justine Cavallo verkaufte. Klar dass für die Geisterjäger nun eine Burgbesichtigung anstand, bei der sie im Idealfall diesen Fall beenden konnten.
Meinung: Ein Roman von Ian Rolf Hill, der die Handlung um Justine Cavallo und auch Denise Curtis fortsetzte. Das eindrucksvolle Titelbild dazu stammte wieder von Thomas Greiwe und wurde mit KI – Software erstellt. Weil der Roman sehr umfangreich wurde, fiel die übliche Leser-Seite in diesem Heft aus.
Die erste große Überraschung gab es gleich zu Beginn des Romans. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass die ehemaligen Engel der Unzucht und Hurerei, mit Ausnahme von Denise, vernichtet wurden, als Lilith sie verschlang. Nun kehrten Lilitu, Igereth und Machalat völlig unerwartet als Vampirinnen unter dem Kommando von Justine Cavallo zurück. Die Erklärung dazu war letztendlich einfach. Unter der Bedingung, dass sie die Nachfolge von Assunga antreten würde, schenkte Lilith Justine ihre ehemaligen Engel, für die sie keine Verwendung mehr hatte. Justine trank ihr babylonisches Blut und machte sie zu Vampirinnen. Außerdem erhielt Justine von Lilith Johns Einsatzkoffer, den Suko und Bill beim Hubschrauberabsturz im Harz verloren hatten. Dort musste außer magischer Kreide und Weihwasser-Phiolen noch etwas drin gewesen sein, was Justines Interesse ganz besonders weckte. Leider verriet Ian Rolf Hill nicht, um was es sich dabei handelte.
Denise Curtis war in ihrer menschlichen Gestalt schwerer zu hüten als ein Sack Flöhe. So empfanden es Johnny Conolly und Cathy, als Denise in einer Disco ihrer Kontrolle entglitt, dabei kräftig über die Stränge schlug und schließlich nur knapp einem Häscher von Justine entkam. Als am Morgen danach, am Frühstückstisch der Conollys, die nächtlichen Eskapaden von Denise ausführlich besprochen wurden, ging es hoch her. Sheila hatte auch noch Marisa und Emma dazu geholt. Besonders Johnny war ständig peinlich berührt, weil er immer wieder gefragt wurde, wie es dazu kam, dass Denise ihm in die Lippe beißen konnte. Das ganze Drama wurde von Ian Rolf Hill stark geschildert.
Wurde John wirklich langsam paranoid, oder war sein Verdacht berechtigt? Nach den Erfahrungen mit Fiona Garrett, verdächtigte er nun Carol Porter, die neue Mitarbeiterin des Leichenbeschauers, die einen nötigen Tapetenwechsel als Grund für ihre Versetzung angab, dass sie ebenfalls eine Dienerin von Lilith wäre. Ungewollt komisch wirkte es aber, dass John beim Telefonat mit Beauchart, auf der Seite 25 rechte Spalte unten, von drei toten Leichen sprach. Nun in einer Gruselserie hatte diese Ausdrucksweise wohl ihre Berechtigung, auch wenn es in der Regel erst gar keine Leichen wären, wenn sie nicht tot wären.
Die Geschichte von Lilitu, Igereth und Machalath, den ehemaligen Engeln der Unzucht und Hurerei, war nun nach diesem Roman endgültig vorbei. Sie hatten ihre letzte Aufgabe erfüllt, indem sie Justine mit ihrem Blut stärkten. Durch deren babylonischem Blut erhielt Justine Macht und Fähigkeiten wie niemals zuvor. Sie konnte sich nun sowohl in mehrere Raben, als auch in eine Eule verwandeln. Dazu konnte sie auf die Kraft durch Assungas Zaubermantel vertrauen und hatte obendrein auch noch das Vampir-Pendel erhalten. Justine konnte also auf die Artefakte eines Corvin Hades pfeifen. Würde aber ihr Triumph wirklich von längerer Dauer sein? Ihr kam nämlich die geplante Neuausrichtung der Serie ab Band 2500 in die Quere. Bis dahin sollten alle derzeitigen Altlasten entsorgt werden. Also müsste demzufolge auch Justine bis dahin Geschichte sein, weil sie definitiv zu den ältesten Altlasten gehörte.
Was Denise Curtis betraf, war nach den Vorkommnissen im Hause Conolly ohnehin klar gewesen, dass sie bei ihnen nicht mehr lange bleiben würde. Nun wird ihr wechselhafter Lebens- und auch Leidensweg wohl mit der Existenz als Vampirin weitergehen. Damit war sie als Mensch aber endgültig verloren.
Nach diesem tollen und auch richtungsweisenden Roman fehlte zum Abschluss nur noch meine Gesamtbewertung. Ich entschied mich bei diesem spannenden Roman ohne Schwächen für die Note 1 = Sehr Gut und dekorierte Ian Rolf Hill einmal mehr mit 5 von 5 Kreuzen. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Top ab.
