Handlung: John und Suko reagieren umgehend auf den Notruf der Hellseherin Madame Altari. Sie meldet ihnen, dass während einer Séance etwas mit Jane geschah. Als John und Suko bei Madame Altari eintreffen, erfahren sie die Hintergründe zur Séance, die das Medium für Jane durchführte, um ihr noch ein Gespräch mit Chris zu ermöglichen. Madame Altari gelang es den Kontakt herzustellen. Während sie mit Chris sprach hielt sie ihre Augen geschlossen. Als Chris sagte, dass er in der Hölle war, hörte sie Jane schreien und das kurz darauf ihr Stuhl umfiel. Als Madame Altari ihre Augen wieder öffnete war Jane fort. Um mehr zu erfahren bitten John und Suko die Hellseherin um eine weitere Séance. Madame Altari kann, nachdem John sein Kreuz, auf ihre Anweisung hin, im Nebenraum ablegte, erneut den Kontakt zu Chris herstellen. Doch plötzlich übernimmt Lilith den Körper der Hellseherin und damit die Kontrolle. Sie holt John in die Hölle. Welche Gefahren erwarten den Geisterjäger dort ? Kann er diese auch ohne sein Kreuz bestehen, Jane dort finden und sie zurückholen, oder wird Lilith dieses verhindern?
Meinung: Ein Roman von Ian Rolf Hill, in dem der Autor das Schicksal von Jane Collins, nach dem gewaltsamen Tod von Chris weiter erzählte. Dazu gab es wieder ein sehr gute Titelbild von Thomas Greiwe, dass die Neugier und auch die Vorfreude auf den Roman anregte. Natürlich wurde das Bild wieder mit KI-Software erstellt. Es gab einen weiteren Auftritt von Madame Altari nach langer Zeit. Sie trat zuletzt in Band 74 „Die Geister-Braut“ vor vielen Jahren auf. Sie war aber eine Bekannte der Horror-Oma Sarah Goldwyn gewesen und wusste viel über Jane, weil sie ihren Werdegang verfolgte und auch Kontakte zum Geist der Horror-Oma im Jenseits hatte. Deshalb sollte sie nun für Jane auch den ersehnten Kontakt zum Geist von Chris Ainsworth herstellen. Bei dem Charakter der Madame Altari hatte Ian Rolf Hill wieder einmal tief im reichhaltigen Sinclair - Universum gegraben, um ihr einen weiteren Auftritt nach etwa 50 Jahren zu ermöglichen. Nicht schwer zu erraten war, dass sich Asmodis und Ty Frazier in einem der zahlreichen Stützpunkte aufhielten, die Dr. Tod hinterließ. Asmodis machte es seinem ehemaligen Diener nach und produzierte neue untote und widerstandsfähige Wachsleichen.
Aufgrund des Titelbildes hatte ich bereits eine entsprechende Vorahnung gehabt. Diese bestätigte sich als Jane ihren persönlichen Dämonen aus ihrer Vergangenheit begegnete. Dazu gehörten die Gestalt des lächelnden Henkers und die Reinkarnationen ihrer beiden Opfer, die sie als Henker köpfte. Bei diesem Trip in ihre persönliche Hölle fehlten auch nicht, die Verbrennung von Wikka und der Tod der Lady Sarah, den sie nicht verhindern konnte. Alle erhoben eine Anklage gegen Jane, die der Detektivin eine seelische Folter bereitete.
Bevor Asmodis seinen Plan den Spuk zu befreien richtig starten konnte, ging sein Verbündeter Ty Frazier, anders als geplant, bereits ins Reich des Spuks ein. Eigentlich schade, denn Ty Frazier gehörte zu den Charakteren, die ich aufgrund ihrer Ungewöhnlichkeit besonders mochte. Dass sein Ende kommen würde hatte ich erwartet. Nur kam es schneller als zuvor kalkuliert. Außer Ty Frazier hatte Asmodis noch einen weiteren alten Bekannten rekrutieren können. Den gefallenen Engel Moloch, der vor ein paar Jahren, mit einem Stellvertreter des Erzengels Michael um Johns Leben spielte. Auch er sollte nicht mehr lange existieren. Damit hatten sich die vagen Chancen den Spuk zurück zu holen erneut erheblich reduziert.
Es war auf jeden Fall ein richtig guter Roman von Ian Rolf Hill gewesen, der mit zahlreichen Wendungen und Überraschungen für kurzweilige Unterhaltung sorgte. Besonders weil nicht alles so gewesen war, wie es zunächst den Anschein hatte. Selbst im Haus der Hellseherin Madame Altari verbarg sich ein Geheimnis. Um es auf die Spitze zu treiben hetzte Lilith, Jane gegen John auf, in dem sie ihr einredete, dass der Geisterjäger Schuld am Tod von Chris war, weil er Asmodis nicht vernichtete, um das Leben von Denise zu schützen. Asmodis selber bestritt aber immer noch, dass er der Mörder von Chris war und einige Indizien schienen ihm Recht zu geben. Persönlich tendierte ich mittlerweile auch dazu, dass nicht Asmodis , sondern die allgegenwärtige höchst intrigante Lilith für die Ermordung von Chris verantwortlich war.
Ich war mir zumindest eine Zeitlang eigentlich sicher gewesen, Liliths Intrigenspiele durchschaut zu haben. Als sich am Ende des Romans Lilith und Asmodis, nahezu wie beste Freunde, in der Leere trafen, wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Lilith versprach Asmodis nicht nur, dass er seine Macht zurückerhalten würde. Obendrein wollte sie ihm sogar ein neues Team zur Seite stellen, dass den Spuk doch noch befreien sollte. Die Motive dahinter konnte ich nun gar nicht mehr nachvollziehen. Ging es doch noch gegen Pandora? War das ganze Theater in der Hölle letztlich umsonst gewesen? Bleibt jetzt nur noch abzuwarten ob Ian Rolf Hill dazu noch irgend eine glaubwürdige Erklärung abgeben würde.
Das letzte Kapitel war gleichzeitig der Übergang zum Folgeroman. John erlebte, nach dem Stress in der Hölle, einen unerwartet heftigen und schmerzhaften Empfang. Zum Schluss blieb erst einmal nur noch meine persönliche Wertung zu diesem Roman übrig. Ich entschied mich für die Note 2 = Gut und vergab 4 von 5 Kreuzen an Ian Rolf Hill. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
