Handlung: Als John, nach der Rückkehr aus der Hölle, erschöpft seine Wohnung betritt, wird er von einer Werwölfin und einer Grizzlybärin recht brutal angegriffen. Keine Geringeren als Lykke und Morgana Layton bereiten John diesen schmerzhaften Empfang. Sie wollen von John wissen wo Denise Curtis ist. John klärt sie darüber auf, dass Denise auf eigenen Wunsch die Vampirin Justine Cavallo in die Hexenwelt begleitete. Morgana droht John Rache an, falls Denise zu einer Vampirin wurde und verlangt, dass er sie und Lykke in die Hexenwelt begleitet. In der Hexenwelt treffen sie auf die Hexe Lulu, die John vor Baphomet rettete. Sie fragen sie nach Denise und werden von ihr auf den Friedhof geführt. Erschüttert stehen sie kurz darauf, vor Denises Grab. Als Justine Cavallo erscheint, greift Morgana sie wutentbrannt an. Doch Justine ist durch die Magie des Zaubermantels schneller und verschwindet einfach. Danach stellt Morgana fest, dass ihre Wolfsmagie in dieser Welt wirkungslos ist. Daher sitzen Morgana, John und Lykke nun im Hexendorf fest. Es bleibt also Zeit genug um aufzuklären was genau mit Denise geschah. Allerdings wird die Aufgabe durch die heimliche Anführerin der Hexen, Justine Konkurrentin Evelyn, erschwert, die ihnen feindlich gegenüber steht. Sie ist auch nicht zimperlich mit der Wahl ihrer Methoden.
Meinung: Wie auf der Leser-Seite des vorherigen Romans bereits angekündigt, kümmerte sich Ian Rolf Hill in diesem Roman um das ungewisse Schicksal von Denise Curtis. Sie war bekanntlich zuletzt, Justine Cavallo in die Hexenwelt gefolgt und wollte dort von ihr gebissen werden. Ein sehr gutes Titelbild dazu erstellte wieder Thomas Greiwe, wie üblich mit KI – Software. Es zeigte die Szene in der Morgana, an Denises Grab, Justine angriff.
Genauso wenig wie das unerwartete Freundschaftstreffen zwischen Lilith und Asmodis im vorherigen Roman, verstand ich nun, warum Morgana Layton und Lykke den arglosen Geisterjäger, bei aller Emotion, so heftig und brutal angriffen. Ging man neuerdings so mit einem Verbündeten um? Warum redeten sie nicht gleich vernünftig mit John? Das Gespräch kam erst zustande nachdem sich Lykke und Morgana austobten.
Dazu gab es auf der Seite 3 gleich noch einen Begriffsfehler im Text. Wenn John einen Untermieter hätte, würde dieser in seiner Wohnung wohnen, die John dann untervermietet hätte. Der Mieter aber, der im gleichen Haus, die Wohnung unter ihm bewohnte, war aber nur ein Mitbewohner des Hauses und kein Untermieter.
Nach dem heftigen Beginn wurde der Roman zunächst etwas ruhiger. Dem ersten Schockmoment an Denises Grab, folgten der Zweifel und die Ungewissheit darüber, ob Denise wirklich verstorben war. Diese Gedanken quälten auch Lykke. Nachdem sie einen leeren Sarg ausgrub richtete sich ihr Verdacht gegen Justine, dass diese etwas verbarg. Es kam zum Kampf mit der Vampirin, bei dem die Berserkerin den Kürzeren zog und erheblich verletzt wurde. Auch Morgana bekam einiges ab. Ihr brannte nach einer Auseinandersetzung mit Evelyn wortwörtlich der Pelz. Ian Rolf Hill schrieb dies alles sehr unterhaltsam und auf hohem Niveau. Dazu gehörten auch die Beschreibungen der Neigungen, der einzelnen Hexen. An richtigen Stellen sorgte auch der Einsatz von verschiedenen bekannten Sprichwörtern für eine sprachliche Lebendigkeit.
Das Rätsel um Denise wurde in der Mitte des Romans aufgeklärt. Ihr ging es sehr schlecht, weil sie tatsächlich nicht zur Vampirin mutieren konnte. Dafür war sie zur persönlichen Blutbank von Justine geworden. Angekettet, eingekerkert und so gerade am Leben gehalten unter menschenunwürdigen Bedingungen, so lange ihr Blutvorrat reichte. Justine selber bekam es zu spüren, dass längst nicht alle Hexen damit einverstanden waren, dass ausgerechnet sie von Lilith für die Nachfolge Assungas ausgesucht wurde. Die Folge war ein Duell zwischen Evelyn und Justine.
Am Ende gab es ein spannendes Finale bei dem John noch einmal zum Berserker wurde. Darüber hinaus musste ich aber Morgana zustimmen. Gegenüber Justine, die von Morgana schon einmal gerupft und filetiert wurde, war und blieb John unverständlicherweise ein armseliger Feigling. Wie viele Einladungen und Gründe brauchte er noch, um Justine endlich den längst verdienten Garaus zu machen? Nachdem sich Morgana an ihr ausgelassen hatte, war Justine nur noch ein Bild des Jammers, dass von Lilith geborgen wurde. Der Zaubermantel war wohl zerstört worden. Dazu hatte Justine wohl nicht nur ihre Bewegungs- sondern auch ihre neue Verwandlungsfähigkeit wieder verloren. Nur John versäumte es einmal mehr das Kapitel Justine endlich komplett zu beenden, obwohl ihre endgültige Vernichtung nun einer Erlösung gleich gekommen wäre.
Denise war mehr tot als lebendig, konnte aber durch die gemeinsamen Fähigkeiten von Lykke, Lulu und Mandragoro stabilisiert werden. Sie blieb der Serie wohl doch noch, zumindest vorerst, erhalten.
Ian Rolf Hill schrieb diesen Roman, wie bereits angemerkt, spannend, unterhaltsam und emotionsgeladen von Anfang bis Ende. Auch der Schreibstil war sehr angenehm und nahezu fehlerfrei gewesen, vom Untermieter einmal abgesehen.

Ich entschied mich dieses Mal für die Note 1 = Sehr gut und vergab 5 von 5 Kreuzen an Ian Rolf Hill. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Top ab.
