Handlung: John begleitet Jane Collins nach Hawaii. Auf der Insel will Jane den letzten Wunsch ihres ermordeten Freundes Chris Ainsworth erfüllen und seine Asche im Krater des Kilauea – Vulkans verstreuen. Doch bereits bei der Zollabfertigung gibt es Ärger für John, während Jane unbehelligt passieren kann. Ein hünenhafter Grenzbeamter durchsucht seinen Koffer und lässt John festnehmen, als er darin den Bumerang findet. In einem besonderen Raum muss John all seine persönlichen Gegenstände abgeben. Als danach der Hüne wieder auftaucht erkennt John, dass er keinen Menschen vor sich hat und in eine geschickt gestellte Fall geraten ist. Der vermeintliche Grenzbeamte veranstaltet mit John ein Psychospiel. Er verrät ihm, dass sich gleichzeitig Jane in Lebensgefahr befindet. John kann seinen Peiniger schließlich als Loki enttarnen. Nur was hilft ihm in seiner aussichtslosen Lage, waffenlos unter Hai-Menschen, und vor allem Jane diese Erkenntnis?
Meinung: Erneut ein Roman von Ian Rolf Hill mit Jane Collins im Mittelpunkt. Jane wollte nun den letzten Wunsch ihres ermordeten Freundes Chris Ainsworth erfüllen und seine Asche im Krater des Kilauea – Vulkans verstreuen. Zu meiner Überraschung war diese Art der Bestattung keineswegs nur fiktiv, weil es gerade so gut in die Handlung passte. Ian Rolf Hill bestätigte auf der Leser-Seite, dass tatsächlich ein deutsches Bestattungsunternehmen eine derartige Bestattung im Angebot hatte. Das imposante, beeindruckende und sehr gute Titelbild zum Roman erstellte wieder Thomas Greiwe mit KI – Software. Das Titelbild bereitete die Leser bereits darauf vor, dass es wieder Tier-Horror mit Haien geben würde. Ich freute mich schon auf die Haie, weil diese Raubfische mich immer schon ganz besonders faszinierten. Schwierige Namen und Zungenbrecher würden diesen Roman ebenfalls begleiten. Eine Kostprobe bot da schon einmal der originale Name der Stadt der Zuflucht – Pu´uhonna o Honaunau. Dieser Name wurde auch nicht beim schreiben einfacher.
Ian Rolf Hill orientierte sich, in diesem Roman, lobenswerterweise auch an der aktuell schwierigen Einreisesituation für Touristen in die USA. So bekam auch John die derzeit unberechenbare Willkürlichkeit amerikanischer Grenzbeamten und mit welchen Methoden sie vorgingen am eigenen Leib zu spüren. Auf der Seite 25 gab es aber ein Eigentor von Ian Rolf Hill zum Thema Textfehler. Jane glaubte nämlich, den ihr nicht geheuer vorkommenden Kimo Ulani damit überführen zu können, dass dieser Johns Nachnamen kannte. Tatsächlich hatte Jane aber noch selber, auf der Seite 19, gegenüber Ulani von ihrem Begleiter Mr. Sinclair gesprochen. Dass war also etwas dumm gelaufen.
Ansonsten wollte mich dieser Roman aber nicht genauso packen wie die beiden vorherigen Romane. Irgendwie fehlte dieses Mal lange Zeit das gewisse Etwas. Ich mochte zwar echte Haie, die Hai-Menschen konnten mich aber nicht wirklich restlos überzeugen. Parallel zur Haupthandlung gab es noch eine zweite Handlung aus der Vergangenheit, mit den Häuptlingen zweier Stämme, die es auch schon mit den Hai-Menschen zu tun bekamen. Der Sinn dieser Erzählung erschloss sich mir nicht so richtig, außer dass sie den Roman füllte. Aufgrund der vielen schwierigen Namen waren diese Kapitel auch nicht leicht zu lesen gewesen. Dieses hatte zur Folge, dass das Interesse an diesem Teil der Handlung schnell nachließ. Möglicherweise sollte es die Vorgeschichte der sogenannten City of Refuge sein.
Dass der angekündigte alte Bekannte ausgerechnet Loki, aus der nordischen Götterwelt war, hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt. Es mutete auch seltsam an, warum es ausgerechnet eine nordische Gottheit zu den hawaiianischen Göttern verschlug. Der Grund dafür konnte höchsten mit dem ominösen sogenannten Krieg der Götter zusammenhängen, der bereits mehrfach am Rande in verschiedenen Romanen erwähnt wurde. Dann hätte sich Loki auch gegen den hawaiianische Hai-Gott gestellt, weil sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, normale Haie sich gegen die Hai-Menschen stellten und diese bekämpften. Pelé kannte ich bislang nur als brasilianische Fußballlegende. Den gleichen Namen trug aber auch die hawaiianische Göttin des vulkanischen Feuers, was ich mittlerweile wieder vergessen hatte. Dass John Lokis Namen erraten sollte, sorgte mit den gleichen Kommentaren, wie im berühmten Märchen, für ein wenig Rumpelstilzchen-Atmosphäre und auch Witz in der Handlung.
Abe Douglas und der Geist von Chris erschienen für John und Jane als Retter in der Not, im Augenblick von höchster Lenensgefahr. Ohne Abe wäre John wohl der erste gewesen, der außerhalb des Meeres zu Haifisch-Futter wurde. Wie gewohnt ,bei Ian Rolf Hill, ging der Roman mit einem spannungsgeladenen und würdigen Finale zu Ende. Mehr Antworten zu Lokis Motiven, nun die hawaiianischen Götter aufzuhetzen, würde es vielleicht in der Raunacht-Saga geben.
Insgesamt und unter Berücksichtigung aller gewonnenen Aspekte entschied ich mich dafür, diesen Roman mit der Note 3 = Befriedigend zu bewerten und dieses Mal 3 von 5 Kreuzen zu vergeben. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Gut ab.
