Handlung: Raniel teleportiert John und Suko nach Irland. In die Nähe des Dorfes Tiknick, welches vor den Toren von Dublin liegt. Im dortigen Landhaus der Familie O` Donnell spürte Raniel ein weiteres von Baphomets Engelskindern auf. Sie stellen vor Ort aber fest, dass es genauso wie seine Eltern nicht mehr zu retten ist. Der dämonische Keim brach bereits aus, weil der Einfluss von Baphomet schon zu stark war. Während sich Raniel sofort, nach der Vernichtung der Familie, wieder verabschiedet, untersuchen John und Suko das Landhaus noch genauer. Hinter einem Bücherregal finden sie eine Baphomet – Statue. Unter ihrem Sockel befindet sich eine Karte, auf der der Ort Vilanova in Galizien besonders markiert wurde. Bevor sich die Statue samt Landkarte selbst vernichtet und auch das Haus in Brand steckt, hört John noch, aus dem Nichts, die Stimme von Viela. Baphomets Tochter würde John in Vilanova erwarten. John entschließt sich dazu, vom Flughafen in Dublin, noch Godwin de Salier anzurufen, ohne zu ahnen, dass der Templerführer bereits vor Ort aktiv ist. Werden sie Viela dieses Mal endlich stellen können?
Meinung: Mit diesem Roman setzte Rafael Marques seinen Zyklus um die Templer, mit einer weiteren Episode fort, Gleichzeitig vereinigte er die Handlung nun erwartungsgemäß mit Iovan Raduc und der geheimnisvollen versunkenen Stadt Lazarus, die unter dem Zwischenreich von Aibon lag. Das Titelbild mit der Riesenspinne war eindrucksvoll, aber sicherlich nicht jedermanns Sache. Es wurde wieder von Thomas Greiwe mit KI – Software erstellt.
Um die Informationen für den Zugang nach Lazarus zu erhalten, strebte Iovan Raduc ein zumindest zeitweiliges Bündnis mit Krul und seinen Eisernen Vampiren an. Er versprach diesem als Gegenleistung die Herrschaft über die dunkle Seite des Druiden-Reiches. Raduc wollte in Lazarus seine Tochter Leicara treffen, die aus einer längst vergangenen Epoche stammte, und auch vernichten, damit sie seinen aktuellen Plänen nicht im Weg stand. Ihre unerwartete Noch-Existenz störte ihn gewaltig. Er war also ähnlich egoistisch veranlagt wie Justine Cavallo.
Ein weiterer Handlungsstrang betraf Godwin de Salier. Er wollte Lucia Gomes bei der Suche nach ihrem Mann Fernando helfen. Ein Freund von Godwin, der gleichzeitig ein ehemaliger Templer war und nun als mutmaßlich Todkranker zu den Baphomet – Templern überlief. Ihre Suche führte sie in den kleinen galizischen Ort Vilanova, in dem es nicht mit rechten Dingen zuging. Ähnlich wie auf Sardinien hatte Baphomets Tochter Viela einen Stützpunkt in einem ehemaligen Kongresszentrum, in der Nähe des Ortes, errichtet. Gleichzeitig drangsalierte und vertrieb sie mit ihren Anhängern die Einwohner von Vilanova.
Der dritte Handlungsstrang betraf dann John und Suko in Irland. Rafael erzählte die Handlungsstränge parallel, obwohl sich die Handlung in Aibon zeitlich bereits eine Woche eher abgespielt hatte. Alle drei Teile der Handlung schilderte Rafael spannend und kurzweilig. Wobei man bei John und Suko kurz den Eindruck bekam, dass man etwas verpasst hätte. Die Handlung begann mitten in ihrem Kampf gegen die O´Donnells ohne eine besondere Einleitung. Die notwendigen Erklärungen, wie und warum es dazu kam, folgten später. Hatte ich beim Stichwort Irland noch gedacht, der Weg der Geisterjäger würde von dort aus weiter nach Aibon führen, so stellte sich diese Annahme als Irrtum heraus. Rafael führte zunächst die Handlungsstränge aus Irland und aus Vilanova erst einmal zusammen.
Völlig überraschend gab es auch im Stützpunkt der Baphomet – Templer, unter dem ehemaligen Kongresszentrum, ein Tor nach Aibon. Vielas Mutter öffnete es, nachdem sie ihrer Tochter das Amulett des Henry St. Clair entriss. Auf diese Weise kam es am Ende noch zur kompletten Zusammenführung der Handlungsstränge und damit zum Treffen mit Iovan Raduc. Nach einem Kampf mit ihrer wiedererstarkten Mutter Aviela, floh Viela zurück in den Dimensionsstrudel nach Vilanova und verschwand von dort mit unbekanntem Ziel. Aviela dagegen aktivierte den Spiegel, der das Tor ins wahre Lazarus bildete. Dieses hatte sie in der Vergangenheit häufiger besucht. Avielas langes Leiden war nun beendet worden. Raduc nutzte die unerwartete Gelegenheit und folgte ihr.
Es gab also ein vermeintliches Lazarus, in dem Raduc zuerst landete und mit einem Geist-Bild seiner Tochter kommunizierte. Um aber ins wahre Lazarus zu gelangen, wurde es nötig den magischen Spiegel zu aktivieren. Das klang ein wenig kompliziert und verwirrend und musste von mir erst einmal sortiert werden. Eine genauere Aufklärung über die Unterschiede der beiden versunkenen Städte würde wohl durch weitere Romane noch folgen. Oder waren es irgendwie doch zwei, die eins waren? Raniel sicherte zumindest das Portal, unter dem Kongresszentrum, nach Aibon für weitere spätere Reisemöglichkeiten nach Lazarus. Weil der Zyklus noch nicht abgeschlossen war, würde etwas derartiges garantiert noch benötigt werden.
Insgesamt fühlte ich mich über den ganzen Roman hinweg spannend, gut und vor allem abwechslungsreich unterhalten. Deshalb bewertete ich diesen Roman auch entsprechend mit der Note 2 = Gut und vergab 4 von 5 Kreuzen an Rafael Marques. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
