Handlung: Im Château Montagne sind sich Zamorra , Nicole und auch Faolan nicht sicher, wie sie die neue Ordnung im Multiversum bewerten sollen. Nicole erinnert Zamorra dabei an einen Fall aus dem vorletzten Sommer, bei dem sie ebenfalls in eine ausweglose Situation gerieten. Es begann damit, dass ihnen der Jäger Raymond Andris einen toten Wühler zeigte. Zamorra wollte den Dämon, aus den Intermundien, mit dem Amulett untersuchen. Dieses warnte ihn gerade noch rechtzeitig vor einem Scharfschützen im Hinterhalt. So kamen alle drei erst einmal mit dem Schrecken davon. Mit der Hilfe von Henry, der gerade eine Drohne testete, konnte Zamorra den flüchtigen Attentäter stellen und überwältigen. Anschließend übergab er ihn an die, von Nicole alarmierte, Polizei. Zwei Tage später rief Chefinspektor Robin an und teilte Zamorra mit, dass es sich bei dem Attentäter um einen ehemaligen Soldaten handelte, der mutmaßlich von NOMAC beauftragt wurde. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich Zamorra, genau wie alle anderen Bewohner des Châteaus , gerädert und geschwächt. Noch ahnte er nicht, dass Nicole unwissentlich einen Albtraum-Mahr ins Château einschleppte, der sie fortan vergiftete. Wie lange würden die Kräfte der Bewohner von Château Montagne noch reichen?
Meinung: Mit Michael Mühlehner schrieb ein Autor, der mich bislang nicht überzeugen konnte, den ersten Zamorra – Roman des Jahres 2026. Also wartete ich einmal mehr ab, ob Michael mich dieses Mal überzeugen würde und ob er über die gerade erst vollzogenen Neuerungen in der Serie komplett informiert war. Dieses war in letzter Zeit leider nicht immer selbstverständlich gewesen. Sollte mich Michael wieder nicht überzeugen können, würde ich persönlich mit diesem Autor wohl nicht mehr richtig klar kommen. Aber man sollte die Hoffnung bekanntlich niemals aufgeben. Das akzeptable Titelbild des Romans stammte dieses Mal von Marius Farcus, von der Agentur Shutterstock.
Nach der Einleitung in der Gegenwart erzählte Michael hier einen Fall, der etwa anderthalb Jahre zurück lag und an den Zamorra von Nicole erinnert wurde. Demnach war Stygia zwar die Herrin der Hölle, aber eben noch lange nicht die Höllenkaiserin. Trotzdem wurde sie in den Schwarzen Enklaven der Hölle von Mird mit dem Titel Kaiserin angesprochen, was dann ein Fehler im Roman war. Zu diesem Bereich der Hölle hatte nur Stygia persönlich Zutritt. Andere Personen dagegen nur mit ihrer ausdrücklichen Genehmigung. Dort lagerten zahlreiche von Luzifer gesammelten Artefakte. Das ungewollt komischste Artefakt in Luzifers Sammlung war sicherlich der immer noch sprechende Kopf von Johannes dem Täufer.
Aufgrund der Zutrittsbeschränkungen war Stygia um so überraschter, als sie feststellte, dass die Skulptur, „Die Lüge des Loki“, aus ihrem Schrein gestohlen wurde. Gut geschildert von Micjael wurde zuvor Stygias Weg in die Tiefen der Hölle, bei dem sie eine ganz besondere Treppe nutzen musste, die ihr ein teuflisches Vergnügen bereitete.
Bei der Einleitung des Romans hatte Michael erfreulicherweise die Neuerungen auf der Erde und in der Hölle komplett auf dem Schirm gehabt. Neu und nicht ganz logisch war aber für mich gewesen, dass das Amulett Zamorra vor gewöhnlichen Scharfschützen warnen konnte. Dieses führte bei mir zu einer gewissen Irritation, besonders weil der Angreifer überhaupt nichts mit Magie zu tun hatte. Eindeutig ein weiterer Fall der sogenannten dichterischen Freiheit, der aber nicht Serien konform war.
Eine Fehlerkette begann mit dem Dienstrang von Piere Robin. Er war immer schon Chefinspektor gewesen. Die im Text verwendete englische Version Chiefinspektor war hier fehl am Platz. Pieere Robin war schließlich in Frankreich tätig. Auf der Seite 1 ging bereits die zeitliche Einordnung zum Fall des Albtraum-Mahrs daneben. Die kurze Handlung in der Gegenwart spielte zu der Zeit, als das neue Jahr 2026 ein Tag alt war. Auf der Seite 1 stand noch, dass der Albtraum-Mahr Zamorra und Nicole vor nicht allzu langer Zeit begegnete. Auf der Seite 3 stand, dass es sich beim Albtraum-Mahr, um einen Fall aus dem vorletzten Sommer handelte. Konnte es sein, dass dieser Roman falsch in die Serie eingeordnet wurde? Für mich konnten ausgerechnete anderthalb Jahre, nicht mit der Datierung vor nicht allzu langer Zeit gleichgesetzt werden. Ein weiterer Fehler folgte sogleich auf der Seite 43. Es war nicht möglich, dass Madame Claire vom verstorbenen William träumte, der angeblich lebendig begraben wurde. William starb nämlich erst vor einem Jahr im Dezember 2024. Daher war er also im vorletzten Sommer noch am Leben. Genauso bezweifelte ich, dass die von Stygia geschickte Discordie, zu diesem Zeitpunkt bereits im Dorf wohnte, um ein Auge auf NOMAC zu haben.
Dass der Albtraum-Mahr unter der intakten M-Abwehr pausenlos sein Unwesen treiben konnte, hielt ich ebenfalls nicht für glaubwürdig. Wieso wurde eigentlich Astaroth, am Anfang des Romans, voreilig zum neuen Herrn der Hölle ernannt? Nach der Vorschau auf Band 1349 zu urteilen, war dieses zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht entschieden. Was aber Asmodis betraf, konnte ich seine Motivation alle Spuren seines Diebstahls zu verwischen gut nachvollziehen. Wenn es um die eigene Haut ging, ging auch ein Ex-Teufel schon einmal über Leichen, was in diesem Fall die fünfköpfige Besatzung der Yacht traf. Wie Asmodis es stets treffend formulierte war ein bisschen Schwund halt immer. Für Stygia war dieser Roman eine gelungene vorläufige Abschiedsvorstellung, weil sie als neue Höllenkaiserin ab sofort hinter die Flammenwand weggesperrt wurde.
Insgesamt betrachtet blieb ein recht solider Roman mit einer ungewöhnlichen Erzählstruktur, dem aber dadurch bedingt einige Fehler anhafteten. Michaels Schreibstil blieb durchschnittlich mit über den ganzen Roman verteilten Rechtschreib- und Textfehlern. Nach Abwägung aller angesprochenen Fakten entschied ich mich final dafür diesen Roman mit der Note 4 = Ausreichend zu bewerten. Damit vergab ich noch 2 von 5 Amuletten an Michael Mühlehner. Für eine bessere Bewertung war die gesamte Fehlerquote zu hoch. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Mittel ab.
