Miki Takeo sitzt immer noch am Wurmlochgenerator in die Fremdwelt, den er hoffentlich nie repariert bekommt. Er will sich Rat bei einem alten Bekannten holen und weil er die Reise nicht allein antreten möchte, holt er die Hefthelden ins Boot. Oder eher in den Gleiter.
Auf geht es nach Japan. Mayao Hikayazi forschte an Android-Technologie, vielleicht lebt er noch in einem künstlichen Körper. Sie treffen auf eine Robo-Katze, die sie zu ihrem Meister führt. Und auch andere künstliche Tiere leben hier, nicht alle friedlich. Ziemlich fortschrittliche Technik. Was wird hier gespielt?
Statt Mayao Hikayazi zu treffen laufen die Helden in eine Falle der Robo-Matrone Babayu in ihrem wandernden Hexen-Häuschen. Matt soll eine Aufgabe für sie erfüllen. Ist der Roman mit all den Robo-Wesen so schon ziemlich abgedreht, wird er jetzt noch wilder. Matt soll die Tochter der Androidin finden, die von einem Nachtwandler entführt wurde.
Das wird eine interessante zweite Hefthälfte. Japanische Kultur und Mythologie ist ziemlich wild. Das mit der Roboter-Thematik zu vermischen, ist nicht unbedingt mein Fall, aber das Heft liest sich bis jetzt ziemlich flott.
Dann verliert mich die Geschichte doch ein wenig, mit der Stimme des Waldgottes im „unterirdischen Waldlabyrinth“, der Matt philosophische Rätselfragen stellt. Danach ein simuliertes Unwetter mit gefährlichen Blitzen. Und auch die Robowesen werden fantasievoller, um es mal so zu nennen. Inzwischen habe ich begriffen, in welche Richtung das geht. Und ich bin echt kein Animefan.
Es folgen noch diverse Umgebungsillusionen. Matt steigt in eine altmodische Tram, die ihn weiter zum nächsten „Biom“ bringt. Mit neuen Rätseln, Tieren und Regeln. Langsam könnte Matt echt ans Ziel seiner Soloreise kommen, bevor meine Leselaune zu weit gesunken ist.
Ich springe auch mal direkt dorthin. Die gesuchte Tochter entpuppt sich als Goldfischmädchen. Und Mayao Hikayazi ist ihr Vater. Wie erwartet ein Androide, allerdings von Babayu deaktiviert. Gemeinsam versuchen sie ihn zu reparieren, werden dabei aber von Babayu erwischt.
Irgendwie handelt es sich aber um einen Irrtum. Und alles ist mit Mikis Sieben Samurai verbunden. Schließlich tauchen der echte Hikayazi-Androide und Miki auf, um Matt zu retten und Babayu zu deaktivieren. Das liest sich dann endlich wieder weniger „animig“. Dann ist der Roman aber auch sehr schnell beendet. Miki holt sich Unterlagen und Inspiration zur Reparatur des Wurmlochgenerators und sie fliegen im Gleiter zurück. Was folgt ist wieder eine ziemlich lange Leserseite, wegen einer Kurzgeschichte. Ich hätte noch 5-10 Seiten Handlung erwartet.
Ich habe mit Anime echt gar nichts am Hut, obwohl ich mich am Genre versucht habe. Trotzdem habe ich natürlich von den Klassikern gehört. Wie dem „wandelnden Schloss“, das dem Roman wohl nicht nur für das Cover Pate stand.
Für Animefans gibt es hier viel Fanservice. Für alle, die einfach nur einen guten MX lesen wollen, ist zumindest das erste Drittel und das letzte Viertel des Romans interessant. Der Roman mit seinen Robo-Wesen ist so schon ziemlich abgedreht. In seinem Mittelteil mit der Suche nach dem Goldfischmädchen wird es mir dann entschieden zu „animig“. Aber dafür kann die Autorin nicht, das ist mein persönlicher Geschmack. Vielleicht kommt ja auch mal Fanservice für mich. Wie wäre es mit einem Warhammer-Roman, wo Matt und Aruula böse Häretiker und abscheuliche Xenos jagen? Ok eher nicht, vermutlich wären das nicht die Botschaften, die MX vermitteln will.
Die Wertung fällt mir echt schwer. Ich schwanke zwischen guten 3 und knappen 4 Sternen im Maddraxikon. Am Ende werden es von mir 3 Sterne, das können die Animefans unter den Maddraxianern ja wieder ausgleichen. Und im Forum GUTe

(6,5 von 10 Kometen). Dafür, dass mir Animezeug nicht gefällt, ist das eine ganz ordentliche Bewertung.