Matt führt Aruula in eine Washingtoner Kneipe aus, wo sie auf den Truveer Jonpol treffen, den Matt von einem seiner frühen Abenteuer kennt. Er hat eine Bitte an die beiden. Sie sollen ihm helfen, gestohlene Instrumente zurückzuholen, deren Masique in den falschen Händen viel Schaden anrichten kann.
Also geht es mit dem Gleiter fix nach Norwegen. In Alesund trifft Jonpol sich mit einem Informanten. Matt und Aruula vertreiben sich die Zeit in einer weiteren Kneipe, wo Aruula grundlos die Leute belauscht. Sie hat wohl nicht besseres zu tun, die feine Art ist das trotzdem nicht. Aber wohl wichtig für den Plot, denn zufällig erlauscht sie etwas Wichtiges und will sich darum kümmern. Ohne Matt eine Erklärung zu geben, das betrifft nur sie. So ein Verhalten würde vielleicht zur alten Aruula passen, aber zu der aus den neuen Heften? Dass sie einer persönlichen Angelegenheit ohne Matts Hilfe nachgehen will, geht klar. Aber sie ist doch inzwischen ziemlich „aufgetaut“ und nicht mehr so kühl ihm gegenüber.
Jedenfalls geht es für Matt und Jonpol nun ohne sie weiter nach Lom, wo der diebische Leroy die Macht der Masique nutzt, um sich ein eigenes kleines Reich aufzubauen. An seiner Seite hat er außerdem einen gefährlichen Troll. Wieso tut Matt das als Quatsch ab und ist so skeptisch? Bei allem, was er schon erlebt hat, wäre irgendein trollähnlicher Mutant nun echt nichts Ungewöhnliches.
In Lom finden die beiden Männer schnell heraus, wie angespannt die Lage ist. Wie so oft kommt Matt zu keiner wirklich guten Lösung und sie müssen auf einen ganz verwegenen und riskanten Plan zurückgreifen. Ein Duell der Truveers. Das Leroy mit seinen besonderen Instrumenten wahrscheinlich gewinnen wird, aber Jonpol sieht keine andere Möglichkeit.
Zunächst schaut es dennoch ganz gut aus. Leroy mag die besseren Instrumente haben, aber Jonpol hat mehr Erfahrung und ist der bessere Truveer. Oder obsiegen einfach die guten Töne gegen ihren destruktiven Konterpart, wie im Märchen? Auch davon entdecke ich eine Spur. Schließlich verliert Leroy aber sämtliche Hemmungen und nimmt keine Rücksicht mehr auf sein umstehendes Gefolge. Schöne Teufelsgeige hat er da, die nacheinander alle killt, die ihren Klang vernehmen. Aber es soll der Troll sein, der Jonpol tötet.
Würde er auch beinahe, da schreitet die „Hexe“ ein, die Leroy begleitet und auf seinen Troll aufpasst. Es handelt sich in Wirklichkeit um die Mutter des Mutanten. Und der wird es jetzt zu viel. Zum Finale wird es doch noch richtig märchenhaft, denn die Magie der Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn ist stärker als die teuflische Masique und der Troll wendet sich gegen seinen Meister. So richtig logisch ist das für mich nicht. Wenn Liebe allgemein stärker ist als Masique, wäre Leroy bei seiner Übernahme der Dörfer und Menschen doch viel eher an seine Grenzen gestoßen, behaupte ich. Aber ich will mal nicht zu pingelig sein. Diese Lösung mag nicht ganz stichfest sein, aber stimmig ist sie auf jeden Fall.
Ich war wegen drei konkreten Gründen aus dem Teaser im letzten Heft recht skeptisch, was diese Geschichte betrifft. Schauen wir mal…
Eine Nebenfigur aus den ersten Heften der Reihe, als ich noch längst kein Leser war? Interessiert mich nicht! Zum Glück kommt die Figur des Jonpol völlig ohne Nostalgiebonus aus und ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen.
Ein Abenteuer, das mit viel Lokalkolorit beworben wird? Stört mich eher! Aber auch hier waren meine Bedenken unbegründet. Weder ist das Lokalgefühl zu stark und klischeehaft ausgeprägt, noch ist der Roman ein halber Reiseführer und irgendwelche Autoreninfos zum Schauplatz sind wichtiger als die Handlung dazu.
Bleibt noch der Autor. Michael M. Thurner? Echt nicht einer meiner Lieblinge! Und hier muss ich dann sagen, dass meine Erwartungen eingetreten sind. Bei der handwerklichen Qualität des Romans ist das kein Vergleich mit meinen Favoriten wie Michael Edelbrock oder Sascha Vennemann. Dafür punktet die Geschichte extrem mit ihrer Stimmung und da sind mir einige Heftromanmittel oder nicht ganz perfekten Passagen dann auch relativ egal. War auch nicht so schlimm, das hier ist definitiv eines der besseren Hefte des Autors. Hat mich insgesamt sehr positiv überrascht.
Und so ist es dann auch eine SEHR GUTE Wertung, weil es dieses von mir vermisste MX-Abenteuer-Feeling hatte.

(8,5 von 10 Kometen) und 5 Sterne im Maddraxikon.
Hoffentlich ist der zweite Teil auch so gut. Moment, da kann ich nochmal meckern. Ein richtiger Zweiteiler wie die 680/681 ist das eher nicht. Aruula erlebt jetzt einfach ein eigenes Abenteuer, das an dieses hier anschließt beziehungsweise parallel verläuft. Mit der Geschichte um die Truveers hat das nichts mehr zu tun.