Handlung: Zwei Jahre sind seit der Schlacht um Atlantis gegen die Armee des Schwarzen Tods vergangen. Kara wird von ihrem Vater Delios zu den Ruinen von Oriak geschickt. Sie soll dort, begleitet von Soldaten, Gelehrten und Dienerinnen, lernen und forschen. Fernab von der Stadt Atlantis und ihrem Geliebten Haro. Als der Soldat Sophos während der Nachtwache verschwindet, zeigt es sich, dass auch der Aufenthalt in Oriak nicht frei von Gefahren ist. Die komplett entblößte und vollkommen blutleere Leiche von Sophos wird im Tempel des Sternen-Götzen gefunden. Im Gegensatz zu den umliegenden Ruinen ist dieser vollkommen unversehrt. Wandmalereien, die die Großen Alten zeigen, erregen Karas Aufmerksamkeit. Die Untersuchung der Leiche von Sophos deutet zumindest nicht auf einen gewöhnlichen Vampir hin, weil seine Halsschlagader aufgeschnitten und nicht angebissen wurde. Der Mörder könnte aus ihren Reihen stammen. Das sieht auch der Hauptmann so, der sogleich den Soldaten verdächtigt, zu dem Sophos zuletzt Kontakt hatte. Kara fällt dagegen auf, dass die Mystikerin Zeo öfter, von einem Moment zum anderen, plötzlich unauffindbar ist. War es ein Zufall, dass ausgerechnet Zeo ihren Lagerplatz in der Nähe des Tempels des Sternen-Götzen aussuchte? Welche Geheimnisse verbergen sich wirklich in Oriak?
Meinung: Der Auftaktroman zur neuen, wieder sechsbändigen, 2. Staffel der Atlantis Legenden. Erneut geschrieben von Ian Rolf Hill. Das Titelbild dazu fand ich klasse. Für mich war es ein echter Hingucker. Erstellt wurde es vom Bastei-Verlag in Eigenproduktion unter Verwendung von KI – Software.
Der Roman begann mit atemberaubenden Kämpfen zwischen der Armee des Schwarzen Tods und den Schwarzen Vampiren von Myxin. Deren Anführerin immer noch die Verräterin Beela war, die aufgrund ihres riskanten Verhaltens von Myxin gemaßregelt und durch einen Angriff Neprenos schwer gezeichnet wurde. Dadurch rückte ihr Stellvertreter Goran auf, der zunächst vorübergehend die Führung der Schwarzen Vampire übernahm. Ich war sofort wieder mitten drin im Geschehen, als ob es die Pause zwischen den Staffeln gar nicht gegeben hatte. Sicherlich auch ein Verdienst des Autors.
Als Kenner der Sinclair – Serie brauchte wohl niemand allzu lange überlegen, wer sich hinter dem namenlosen Sternen-Götzen verbarg. Es konnte sich nur um den Spuk handeln, der als Namenloser wohl das mächtigste Mitglied der Großen Alten gewesen war. Kara musste ihm schließlich irgendwann begegnen. Besonders aufgrund der Tatsache, dass der Spuk den Trank des Vergessens an sich nahm, der ursprünglich Kara gehörte. Nicht viel schwerer war zu erraten gewesen, wer derjenige war, der namentlich noch nicht genannt wurde, aber im Besitz einer Flammenpeitsche war und den Drachen Nepreno anlockte, nachdem dieser eine Niederlage gegen Myxin erlitten hatte. Dass Belphégor auch in Atlantis mitmischte mochte auf den ersten Blick überraschend sein. Auf den zweiten Blick war es aber nur logisch. Besonders weil es seine Verbindung zum Höllenwurm Izzi erklärte, der ebenfalls ein Diener der Großen Alten war.
Wirklich mysteriös war aber die Person, die bei der Ratssitzung auftauchte, sich Kosma nannte, die Teilnehmer der Sitzung beschimpfte und im Bouleuterion vor der kommenden Herrschaft der Großen Alten warnte. Was wollte er mit den scheinbar leeren Schriftrollen aus dem Haus von Delios, zu deren Diebstahl er neue Bedienstete von Karas Vater nötigte, die ihm zur Dankbarkeit verpflichtet waren?
Eine noch größere Überraschung war sicherlich der Name des vermeintlichen Helden aus dem Norden gewesen, der Kara und Shuna vor den Schwarzen Vampiren rettete und den angeblich die Götter schickten. Er stellte sich ihnen schließlich als Nyrana vor und nahm sogleich Karas Dienerin Shuna für sich in Besitz. Allerdings war Nyrana in der Sinclair – Serie als Dämon bekannt geworden. Er bezeichnete sich als Herr der roten Hölle und außerdem wurden aus seiner Haut die Riemen der Dämonenpeitsche hergestellt. Ich war sehr gespannt, wie das insgesamt zusammen passen sollte. Ich ging aber davon aus, dass die Auflösung dazu frühestens in Band 2 folgen würde. Aktuell wusste Nyrana auch nicht, dass Kara noch gar nicht dauerhaft im Besitz des Goldenen Schwerts war.
Zum Finale dieses Romans gerieten Delios und Haro in eine scheinbar ausweglose Falle, die ihnen die Diener des Großen Alten Krol stellten, den Kosma durch die Pergamentrollen herbei rief. Im Epilog kam es noch zur ersten Begegnung zwischen dem Schwarzen Tod und Belphégor.
Insgesamt bot dieser Roman von Ian Rolf Hill gute, kurzweilige und spannende Unterhaltung von Anfang bis Ende. Gewürzt mit einigen Überraschungen die neugierig auf die Fortsetzungen machten. Dazu kam noch sein gewohnt guter Schreibstil. Trotzdem ließ ich mir , in der Gesamtbewertung, noch etwas Luft nach oben für die kommenden Romane. Deshalb stimmte ich, zum Auftakt der zweiten Staffel, für diesen Roman mit der Note 2 = Gut ab und vergab dazu passend 4 von 5 Goldenen Schwertern an Ian Rolf Hill. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
