Handlung: Nachdem er Kara und den meisten ihrer Begleiter, im Kampf gegen die Schwarzen Vampire, das Leben rettete, drängt ihr neuer Verbündeter zum eiligen Aufbruch und der Rückkehr in die Stadt Atlantis. Nyrana der sogenannte Held von Atlantis sagte ihnen, dass ihn die Götter schickten, damit er an der Seite einer Kriegerin, die ein Schwert mit goldener Klinge führte, die Schreckensherrschaft der Dämonen beendete. Während das Lager abgebaut wird, stellt Kara fest , dass die Mystikerin Zeo verschwunden ist. Während die Diener und Dienerinnen mit dem weiteren Abbau des Lagers beauftragt werden, beginnen Kara, Nyrana, die Gelehrten und die überlebenden Soldaten damit, die Ruinen nach Zeo zu durchsuchen. Nach und nach kommen sie dabei zur Erkenntnis, dass Zeo sie nur vom Lager fortlocken wollte und dass sie es gewesen war, die den Soldaten Sophos schächtete und mit seinem Blut den Sternengötzen beschwor.
Kara und ihre Begleiter kehren sofort um und treffen zunächst auf die flüchtenden Pferde. Die Gelehrten versuchen sie wieder einzufangen. Das Lager selbst ist ein Bild des Grauens. Schakale zerfetzten die Diener und Dienerinnen. Darunter auch Karas Dienerin Shuna, die sich noch in der Nacht zuvor Nyrana hingegeben hatte. Mit Nyranas Hilfe gelingt es die Schakale zu töten oder in die Flucht zu schlagen. Nyrana überwältigt auch Zeo, die er augenblicklich hinrichten will. Dieses Vorhaben verhindern Myxin und Goran, die plötzlich auftauchen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung verschwinden Myxin und Goran wieder und nehmen Zeo mit sich. Ein weiterer Angriff der Schwarzen Vampire verhindert im letzten Augenblick, dass Kara von Nyrana vergewaltigt wird. Die Schwarzen Vampire entführen die Gelehrten und setzen auch Nyrana hart zu, bis plötzlich der Eiserne Engel erscheint und sie in die Flucht treibt. Der Eiserne rät Kara, Nyrana und den letzten überlebenden Soldaten dazu, so schnell wie möglich die Umgebung der Ruinen zu verlassen. Er selber will zusammen mit Sedonia und seinen Vogelmenschen herausfinden, welche Pläne Myxin in den Ruinen verfolgt. Danach wollen sie wieder zu Kara und ihren Begleitern stoßen, um in der Stadt Atlantis gemeinsam über das weitere Vorgehen gegen den Schwarzen Tod zu beraten. Wie gefahrvoll ist der Weg tatsächlich, der noch vor Kara und ihren Begleitern bis dahin liegt und wie kann Kara, auf der fünftägigen Reise, Nyrana davon abhalten weiterhin zudringlich zu werden?
Meinung: Zweiter Band der zweiten Staffel der Atlantis-Legenden, der natürlich wieder von Ian Rolf Hill geschrieben wurde. Das gute Titelbild mit dem undurchsichtigen Nyrana erstellte der Bastei-Verlag in Eigenregie, unter Verwendung einer KI – Software. Durch KI wurden die früheren Titelbild-Künstler leider immer weniger gebraucht. Dass war die Kehrseite der neuen Technik.
Nach einer ersten Ablehnung schaffte es Belphégor doch noch, das Interesse des Schwarzen Tods zu wecken und angehört zu werden. Er bot dem zu dieser Zeit reichlich arroganten Dämon seine Hilfe im Kampf gegen Myxiin an. Es ging also nahtlos weiter, in dem der Roman an die letzte Szene aus Band 1 direkt anknüpfte.
Wenn Nyrana mir nicht schon sofort unsympathisch gewesen war, wäre er es spätestens aufgrund seiner Art mit Frauen umzugehen geworden. Für mich war er kein Held, sondern ein Dämon, der die Atlanter, aus welchen Motiven auch immer, geschickt täuschte und sich selbst Herr der roten Hölle nannte. Von Nyrana war es auch nur ein kleiner Gedankensprung zur Dämonenpeitsche. Ich spekulierte darüber, wann diese überhaupt geschaffen wurde. Als Myxin über 10 000 Jahre später von John und seinen Freunden wiedererweckt wurde, befand sie sich im Besitz des Magiers. In der bisherigen Handlung kämpfte Myxin stets mit seinen beeindruckenden magischen Fähigkeiten. Dass ließ den Schluss zu, dass die Dämonenpeitsche noch nicht durch die Großen Alten hergestellt wurde. Demnach könnte dieses noch in dieser Serie geschehen und Nyrana würde zumindest einen Teil seiner Haut dafür hergeben müssen, vermutlich weil er bei den Großen Alten in Ungnade fiel. Die Frage war aber, wie die Dämonenpeitsche dann den Weg zu Myxin fand? Eventuell damit Myxin mit dieser Waffe den abtrünnigen Schwarzen Tod bekämpfte? Ich war mal gespannt darauf, ob ich mit dieser Vermutung richtig lag und ob auch meine offene Frage dazu, beantwortet werden würde.
Eine weitere Überraschung war, dass Myxin den Tempel der Schlange und damit die Höllenschlange Apep suchte. Ich hatte nicht erwartet, dass diese schon in Atlantis existierte. Galt doch Asmodina als die Inkarnation von Apep. Doch die Teufelstochter wurde erst über 10 000 Jahre später geschaffen. War das nicht ein Widerspruch in sich? Die Hölle folgte halt ihren eigenen Gesetzen, die nicht immer logisch und einfach zu durchschauen waren.
Sedonia wurde stets Prinzessin von Atlantis genannt, besaß aber scheinbar nie ein eigenes Volk. Zumindest auch nicht zur Handlungszeit dieser Atlantis-Legenden. Dafür entpuppte sich Zeo von Oriak sehr überraschend als Sedonias Schwester. Ich dachte mittlerweile zwar alles über Sedonia zu wissen. Dieses stellte sich aber nun doch als Irrtum heraus. Eine Vorzeigeschwester war Zeo aber auf keinen Fall. Eher jemand, den man lieber mied oder versteckte. Sie war gezeichnet mit dem Schatten des Spuks, dem sie diente.
Dank des Paktes mit Belphégor konnte der Schwarze Tod seine Skelett-Krieger nun mit Flammenpeitschen ausstatten, was sie entsprechend effektiver und gefährlicher machte. Die Vogelmenschen, die Sedonia begleiteten, bekamen es zuerst zu spüren. Hinter dem Rücken des Schwarzen Tods zogen Belphégor und Asmodis aber gemeinsam die Fäden. Sie wollten den Schwarzen Tod in seine Schranken weisen, damit er sich endlich der Hölle zuwandte und sie gemeinsam gegen die Großen Alten vorgehen konnten. Zu diesem Plan gehörte es auch, das Myxin die Höllenschlange Apep fand und erweckte.
Die Stadt Atlantis war mittlerweile verfallen und herunter gekommen. Sie hatte den Glanz früherer Zeiten verloren und wurde nun von Kosma und seinen Schwarzen Priestern beherrscht. Grauenvolle Mischungen aus Mensch und Krake, die wohl von den Großen Alten geschickt wurden. Gleichzeitig wurden Delios, Haro, Kandor und drei Soldaten vermisst. So hatte Ian Rolf Hill einmal mehr für genügend Spannung gesorgt, die neugierig auf die weiteren Fortsetzungen machten.
Mich hatte auch diese Folge wieder spannend und kurzweilig unterhalten. Deshalb bewertete ich auch diesen Roman mit der Note 2 = Gut und vergab wieder 4 von 5 Goldenen Schwertern an Ian Rolf Hill. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
