Ein Nosfera namens Artvin behauptet, das Versteck von MAGMA zu kennen. Er will es dem Weltrat aber nur verraten, wenn man dafür einige verschleppte Nosferakinder rettet. Kormak hat so ein Bauchgefühl, dass der Kerl die Wahrheit sagt, also beauftragt er das Heldenduo damit. Artvin will sie begleiten. Irgendwo im Grand Canyon müssen sie suchen.
Es dauert nicht lange, bis MAGMA durch Spione in Washington erfährt, dass es einen unliebsamen Informanten gibt. Der Wulfanen-Jäger Krach wird ausgeschickt, sich darum zu kümmern. So gut kann er aber nicht sein, denn er wird von Mutantenskorpionen gekillt, bevor er sich sein Ziel holen kann. Das hätte man sich auch echt sparen können und dafür andere Teile des Romans ausbauen.
Die Helden sind eh im Gleiter unterwegs und wären damit kein leichtes Ziel gewesen. Sie scannen den Canyon nach Spuren und Wärmesignaturen ab. Was den Roman nicht gerade spannend macht, also fabrizieren die Autoren eine Notlandung. Weil Artvin so doof ist, an der Steuerung des Gleiters herumzufummeln. Sie landen dann zufällig in einem kultivierten Feld und vermuten, dass die Kinder in der Nähe sein müssen. Wieder so ein Fall von „da wird alles schön passend gemacht“.
So entdecken Matt und Aruula im letzten Heftdrittel die Kinder auch zufällig genau dann, als sie einen von ihnen der Sonne opfern. Nach einem Busunglück, bei dem die Kinder ihren Entführern entkommen konnten, wurde aus einem spaßigen „wir bauen uns ein Dorf ohne störende Erwachsene auf“-Abenteuer bitterer Ernst und eine knallharte kleine Gemeinschaft. Ähnlich dem Klassiker „Herr der Fliegen“. Die Parallelen sind unverkennbar, auch wenn es entscheidende Unterschiede gibt. Jedenfalls werden die Helden beim Versuch, das Sonnenopfer zu retten, von den Kindern mit Giftpfeilen ausgeschaltet. Nun stecken sie selbst im Schlamassel, denn natürlich will man hier keine doofen Erwachsenen haben und sie sollen sterben.
Zum Glück gibt es noch Artvin, den die Kinder nicht geschnappt haben. Er entdeckt seinen eigenen vermissten Sohn unter den Kindern. Lass mich raten, es ist der knallharte Anführer Livsom? Als Artvin die Kinder streng zur Rede stellen will, endet das wie erwartet sehr tragisch, weil die Situation (mit etwas Heftromanpech) sofort eskaliert. Matt und Aruula können sich indes von ihren Fesseln befreien, aber das Desaster nicht mehr vereiteln. Zumindest schließen sich ihnen die überlebenden Kinder widerstandslos an und lassen sich im Gleiter nach Washington bringen. Der Auftrag ist erledigt, aber der Informant ist mit seinem Wissen gestorben. Tja, sonst wäre der MAGMA-Plot auch zu schnell beendet gewesen. Bevor er aus meiner Sicht überhaupt richtig begonnen hat.
Der Roman punktet wie so oft am meisten durch seinen Schauplatz. Das abenteuerliche MX-Feeling ist auf jeden Fall gegeben. Dafür mussten die Helden nur den Gleiter loswerden, durch einen etwas zu konstruierten Eingriff der Autoren.
Die Geschichte um die Nosferakinder ist in Ordnung. Für mich ziemlich vorhersehbar, aber das will ich der Geschichte nicht zum Vorwurf machen. Erinnert mich halt extrem an eine MX-Version von „Herr der Fliegen“ und dass zum Finale alles schiefgeht, war auch irgendwie absehbar.
Einziger großer Kritikpunkt ist der Jäger Krach für mich. Man wollte wohl auf Zwang ein Stück MAGMA unterbringen, aber der Wulfane hat absolut keinerlei Auswirkungen auf den Plot, weil er von Mutantenviechern gekillt wird, bevor er den Helden auflauern kann. Hätte man komplett rausschreiben können.
Auf jeden Fall ein GUTer Roman

(6 von 10 Kometen) und 3 Sterne im Maddraxikon. Mal wieder so mittelmäßige MX-Kost (auf gutem Schreibniveau), die man auch überspringen könnte.