Milena und Daniela Libretto kriegen nen Sarg geliefert, den sie sogar ins Haus, ins Wohnzimmer holen.
Whaaaaat?? Einfach so? Keene Angst, Mädels??
Das war für mich die so ziemlich einzige dumme Nummer, die hier gelaufen ist. Nen Sarg ins Haus zu holen, der einfach so vorm Haus abgestellt wurde.
FunFact: die Autorin Milena will nen Roman schreiben, der im alten Rom spielt, nur fehlt ihr noch ein Name für die Hauptfigur.
Wie wärs mit Pollux Castor?


Nachts entsteigt ein Vampir dem Sarg und hat ein Tête-à-tête mit Daniela, die danach im Wohnzimmer nach Antworten suchen will. Milena erwacht, hört Geräusche, sieht nach dem rechten und damit auch den Vampir, der Daniela in den Sarg zu Skeletthänden fallen lässt, die sie reinziehen. Der Vampir will sich auch Milena greifen, lässt aber schon bald geschwächt von ihr ab, schleppt sich in den Sarg, lässt sich ebenfalls von den Skeletthänden reinziehen und dann schließt sich der Deckel. Nicht mehr zu öffnen.
Nach Danielas Entführung und der Sarggeschichte wird die Villa von der Polizei bewacht, bis …
John wird angefordert, muss die offiziellen Wege gehen und besucht erstmal den schwerkranken Ignatius. Irgendwie passt es nicht so ganz, besonders zu Ignatius, dass der aus seiner Krankheit so eine geheime Sache macht. Zumindest John gegenüber. Das ist ja fast so, wie bei Dumbledore, der nen Horcrux angepackt hat, seine Hand offenkundig allmählich verfault und damit generell sein Schicksal besiegelt hat. Später lässt er sich von Harry auch noch fieses Zeugs einflößen, um an den nächsten Horcrux zu kommen, und um sich dann noch ein Weilchen später zu weiteren höheren Zwecken tutto completo umnieten zu lassen.
Hat Ignatius irgendwas ähnlich Gefährliches getan und muss jetzt mit den Konsequenzen leben, bis es zu Ende geht? Weil … anders kann ich mir diese Heimlichtuerei wirklich nicht erklären …
Davina hat jedenfalls tatsächlich einen Fall für John, dem er offiziell nachgehen soll. Das Verschwinden von Daniela Libretto, die Angabe vom Sarg und dass ein Vampir für alles verantwortlich sein soll. Mit nem Fiat Freemont macht sich John also auf die Socken.
Cool, der Freemont wird doch schon seit Jahren gar nicht mehr gebaut und ist dazu als 7-Sitzer ne ordentliche und fast schon SUV-ähnliche Familienkutsche.
Sowas hat die Weiße Macht? Na holla …
Daniela wird vom wieder erstarkten Vampir samt seiner Skelett-Leute zu seiner Residenz, bzw. Festung gebracht und er sagt ihr, dass sie seine Braut werden wird und er sein Blut mit ihrem mischen will … und wenn sie bockt und nicht will, nietet er sie halt um und macht das mit ihrer Schwester Milena.
Die Polizei ist wenig überzeugt von Milenas Geschichte und sie ist froh, dass wenigstens John ihr glaubt. Zusammen fahren sie zu ihrer Villa, damit John sich den Sarg angucken kann. Allerdings dunkelt es bereits.
Dort angekommen sind die beiden Wache haltenden Kollegen tot und der Sarg ist weg. Abgeholt von einem Kleinlaster, der auch John und Milena rücksichtslos entgegen kam.
Einer der toten Polizisten ist dabei, sich in einen Vampir zu verwandeln, was dann die ebenfalls eintreffende und zweifelnde Kollegin Amalfi mitbekommt.
Die zweifelt jetzt jedenfalls nicht mehr.
Mir haben die Charakterzeichnungen der Figuren Milena Libretto und Isprettrice Carla Amalfi am besten gefallen.
Und auch bei John wurde hier durch seine eigenen Gedanken sehr deutlich, dass er sich immer schlechter vom Alkohol zurückhalten kann. Gepaart mit seiner neuerdings auftretenden kurzen Zündschnur macht ihn das so allmählich schon ein wenig zu einer tickenden Zeitbombe … und man fragt sich nicht WIE, sondern WANN er vollends ausrasten wird. Oder schlimmeres …
Bei der Ruine der ehemaligen di Venza Residenz werden zu touristischen Zwecken Ausgrabungen durchgeführt.
Nur von drei Leuten?
John und Milena fahren dann direkt dorthin und John berührt mit dem Kreuz die Überreste eines alten Baumes, bzw. seines Stumpfes und dem, was davon generell noch übrig ist. Die Reste bröseln bei der Berührung weg, was natürlich auf irgendwas Schwarzmagisches hindeutet.
Da fällt mir allerdings auch ein, dass Daniela in ihrem Zimmergefängnis beim Grafen ein "lebendes Bild" hängen hat, das einen Baum zeigt. Und dessen Äste sogar nach ihr gegriffen haben.
Möglicherweise ist das der Baum vom di Venza-Schloss, von dem in der Gegenwart nur noch Überreste existierten?
Jedenfalls hören John und Milena dann Aktivität bei den erleuchteten Ausgrabungsstätten und treffen dort auf … jau, Mami Libretto

Lag ja auch irgendwie nahe. Aber sie hatte dann sogleich noch mehr Infos, z. B. von der Sorte, dass die di Venzas ihre Vorfahren sind. Na, wenn das kein Zufall ist … bzw. die logischste Erklärung dafür, warum der Sarg ausgerechnet zur Libretto-Villa gebracht wurde.
Allerdings fand ich Florentina Librettos Auftritt und das Geständnis, ihre Gefühle nicht zeigen oder ausdrücken zu können, irgendwie total traurig. Denn Gefühlregungen hat sie ja schon, wenn sie sagt, dass sie die Blicke ihrer Töchter nicht ertragen konnte, die sie von den beiden wegen ihrer fehlenden Anteilnahme am Tod ihres Mannes und des Vaters der Mädchen wohl bekommen hatte. Sie ist deswegen abgehauen und hat sich in ihre Arbeit gestürzt. Auch das sind Gefühle, die durch ihre Handlungsweise ausgedrückt wurden … wenns nur die Liebe zu Menschen betrifft, frage ich mich, wie sie überhaupt Alessandro Libretto kennengelernt und ihn sogar geheiratet hat. Denn er schien ja in Sachen Liebe und Kindern anders zu ticken, als seine Gattin. Aber gut, vielleicht war sie ja ihm gegenüber noch etwas anders drauf, wenn sie allein unter sich waren …
Sie gehen dann auch gleich runter zu dem Fundort des Sarges.
Etwas befremdlich klang es, als die zuvor eher als instabil wirkende Holztür, die auch noch schief in den Angeln hing, plötzlich zugeschmettert wurde, ohne auseinanderzufallen. Auch Johns Versuche, sie zu öffnen, sich dagegen zu schmeißen, usw. misslingen.
John gibt dann zu, in eine Falle getappt zu sein, denn es war Florentina Libretto, die die Tür zugeworfen hat.
Mach dir nix draus, John, ich bin auch auf sie reingefallen und hatte ihr erstmal geglaubt. Sie war im Grunde die dritte Figur, die ich in dieser Story, so kurz ihr Auftritt auch war, cool fand.
Irgendwie bitter, wo ich mir grad eben noch Gedanken darüber gemacht hab, warum sie keine Gefühle zeigt/zeigen kann, den Kontakt zu den Töchtern abgebrochen hat und wie es dann überhaupt zu ihrer Heirat kommen konnte … und dann macht sie ne 180 Grad Wendung … maaaaaaaaan ….
Die Erklärung, die sie John dann zu allen Umständen und Gegebenheiten gibt, fand ich zwar nicht schön (deshalb hats wohl auch reingehauen), aber trotzdem gut. Es passte so weit alles: das Vorhaben, die Flucht des Grafen ins Jenseits, dass er dort zu lange abgehangen hat und es jetzt ner Eigenblutbehandlung bedarf, der Baum als Verbindung, der Sarg aus seinem Holz als Tor … einer seiner Nachfahrinnen als Braut, ums Blut wieder aufzufrischen … doch, fand ich passend und logisch.
Während John dann in den Sarg und damit in die jenseitige Welt gezogen wird, gelingt es Milena, ihrer durch das Blut Leonardo di Venzas zur Vampirin gewordenen Mutter das Genick zu brechen … was sie aber direkt danach bedauert. Sie war trotz allem ihre Mutter. Darüber vergisst sie alles um sich herum und hört auch nicht die Vampir-Studenten, die sich der trauernden Tochter nähern …
Dass die Libretto als Vampirin hier mit nem Genickbruch ausgeschaltet werden kann, hat mich sowas von nicht gestört! Es wurde ja explizit beschrieben, dass ihr Kopf nur noch fies rumbaumelte. Ist doch prinzipiell nix anders, als wenn man sie enthauptet hätte. Und damit kann man Vampire ja sehr wohl ausschalten ...
Leonardo di Venza erzählt im Jenseits nun seine Version der Geschichte und dass seine Geliebte und fast Blutbraut in dem Brautkleid steckt, das jetzt Daniela zu ihrer Bluthochzeit mit ihm trägt.
John landet in der jenseitigen Festung der di Venzas und sieht auch das Baum-Bild, das seine Äste nach ihm ausstreckt. Sein Kreuz verhindert einen direkten Angriff und er kann sich auf den Weg in die tiefergelegeneren Gewölbe machen, von wo aus er den Schrei einer Frau gehört hat und dort Daniela vermutet.
Seine Zerrissenheit, ob er jetzt erst versuchen soll, zu Milena zurückzukehren oder hier nach Daniela zu suchen, fand ich gut beschrieben … und eine fiese Zwickmühle! Er weiß, dass er eine der beiden prinzipiell durch seine Entscheidung zum Tod verurteilt …
Dann geht alles Schlag auf Schlag, die Götzenfigur des Malondius rauscht heran, breitet ihre Fäden aus, der Skelett-Mönch schnappt sich sein Buch, die holde Gräflichkeit seine Braut und dann ab dafür … man möge Hochzeit halten.
Doch da hat John was gegen und ballert dem Mönch die Rübe weg. Und nicht nur dem …
Dann wirft er den Bumerang … hach ja, das Teil, das ganz plötzlich und seltsam wieder in Johns Rucksack war (der Bestatter) und eigentlich noch im Gebüsch auf dem conollysch-deliopoulouschen Grundstück liegen müsste … und rasiert dem Baum nen Ast ab. Dann geht’s mit dem Kreuz zu Werke und das Licht macht sich auch im Götzen breit, was die Vernichtung aller Anhänger/lebenden Toten/Verstorbenen di Venza Conti, sowie den Einsturz der Burg zur Folge hat.
Am Ende erwischt es auch den guten Leonardo, der nochmal zu einem finalen Schlag ausholen wollte. Da ihn aber Malondius zum Vampir machte, war er also mit selbigem durch sein Blut verbunden und so zog sich die Vernichtung des Götzen auch durch den Grafen, die Burg und die jenseitige Welt.
John und Daniela landen wieder in der diesseitigen Ausgrabungsstätte.
Auch wenn ichs geahnt hab … zum Glück wird nur kurz beschrieben, dass neben ihrer Mutter auch Milena tot ist … von den beiden Studenten-Vampiren arg zugerichtet und ausgesaugt. John vernichtet die beiden Vampire fast schon in blinder Raserei und erlöst dann Milena mit dem Kreuz.
Daniela wird nachher nur noch epilogmäßig erwähnt, was ich ebenfalls gut fand. Weils mir schon nahe ging, dass Milena von den Vampiren zerfleischt worden war. Irgendwie ist das ein Ende, das ein ganz mieses Feeling hinterlässt … dabei hatte es echt gut angefangen und ich fühlte mich zur Abwechslung mal wieder richtig sinclairmäßig unterhalten!
Dass mir das Ende so nachhängt liegt wohl dran, dass mir die Figuren gefielen und die Art der Geschichte, wie Diesseits und Jenseits durch den Baum ineinandergriffen und alles dann einen für mich logischen Sinn machte.
SEHR GUT.
Hätte Milena sich auch noch irgendwie retten können, aus rumliegenden Balken oder Balkenstücken nen Kreuz legen und die beiden Vampir-Studys daran hindern können, sie anzugreifen, bis John und Daniela auftauchen, ich hätte wohl ein TOP gegeben.
Aber „mein“ Ende wäre auch irgendwie nicht wirklich logisch, sondern einfach nur derbe kitschig gewesen, zumal Milena die untrainiertere von beiden Schwestern war und dann ja noch die Trauer um ihre Mutter hinzukam, die SIE im Prinzip ja getötet hatte … es war nachzuvollziehen, dass sie die Vamps nicht hörte.
Das sollte aber nicht passieren … maaaan … manchmal verfluche ich meinen Hang zu liebgewonnenen Figuren. Echt jetzt! Hier konnte ich jedenfalls Johns Frust und seine Gelüste nach Fusel aber mal halbwegs nachvollziehen. Weil es hier eben tatsächlich an SEINER Entscheidung gelegen hat, WELCHE der beiden Schwestern er rettet ... und die andere stirbt.
Bei allem anderen sind ja auch noch höhere Mächte im Spiel, die es gezielt auf seine Freunde abgesehen haben und alles dementsprechend planten, dass John da erstens weder was von wusste und zweitens auch immer stark mit Lilith, Pandora und seiner neuen Unheiligkeit der Hölle, Luzimodis, beschäftigt war. Da drauf auch noch der Entzug sämtlicher Vollmachten, des Geisterjäger Headquarters samt Degradierung zum Detective Inspector UND das Verschwinden seines Partners. Man, der Knabe müsste inzwischen mehr als ne ausgewachsene Midlife-Crisis durchmachen, da ja alles in die Hose gegangen ist, was in die Hose gehen konnte … wo er doch immer versucht hat, das Schlimmste zu verhindern …
Okay … Schluss jetzt … Deadline ist noch immer Band 2510 … T Minus 3 Romane … 3 Wochen … 3 hoffentlich überzeugende Geschichten …
Das
Cover finde ich vom Stil her schon mal super! Und es wird alles Wichtige dargestellt:
Sarg, Skeletthände, schwarzhaariger Vampir (gut, Haare waren länger, aber noch ok), Baum, Daniela, die von ihm … äh … begrabscht wird? Nee, mitgerissen wird sie … aber es ist etwas unglücklich getroffen. Mit einer Hand hält er sie am Oberkörper fest, mit der anderen ihre Hand … was aussieht, als wenn er ihr gleich die Bluse aufreißt und dann was ganz anderes von ihr will! Aber … ich weiß auch nicht … der Stil reißt das irgendwie wieder raus und wenn ich mir das Bild genau angucke, sehe ich eben deutlich seine Festhalte-Hände und keine Grabsch-Hände. Also bleib ich dabei, dieses Cover finde ich sehr gut und atmosphärisch!

Auf der
LKS muss natürlich wieder einmal der Name Jason Dark auftauchen. Runter vom Cover, rein in die Mitte oder was soll das? Aber hauptsächlich geht es sich um Werbung für die anderen Sinclair-Serien, schon klar.
Das Einzige, das mich davon abhält, diese Aktion mal wieder in der Luft zu zerreißen, ist die kleine Hommage an Fritz Tenkrat!! Die paar Worte haben mich jetzt doch irgendwie kalt erwischt und alle Wut und Enttäuschung verpuffen lassen.
Er und JD waren gut befreundet … und der plötzliche Tod des Tony Ballard Papas war seinerzeit echt heftig und versetzt mir auch jetzt noch einen Stich, wenn sich sein Todestag jährt. Mir fallen dann immer die Ravioli ein, worüber wir mal diskutiert hatten und woran er sich um die Weihnachtszeit/seinen Geburtstag immer erinnerte und einen entsprechenden, herzlichen Kommi abdrückte. Dazu die Con 2016 in Nippes, wo ich zufällig draußen stand und ihn da über den Platz hab schreiten sehen … und dachte, ich halluziniere … und noch so blöd gerufen hab "Das ist doch der Fritz!" und er nur gegrinst und genickt hatte … nur um dann als Überraschung auf der Bühne neben JD Platz zu nehmen! Man, was war das schön!
82(!!) ist schon ein stolzes Alter … aber da hätte auch gut noch was gehen können! Maaaan!!
Deshalb werde ich mir am 27. auch das Original-Knochenschiff aus dem Regal zupfen und nochmal lesen! Genau wie den "Satans Samurai" von ihm und Thomas Birker!
RIP

