Geschrieben von Das Gleichgewicht am 06.07.2025 um 17:18:
Dorian Hunter - Dämonenkiller Nr. 180: Weltenvernichter
Weltenvernichter
»Haben Sie Angst vor dem Ende, Dorian Hunter?«, fragte Nathaniel. »Ist es das, wovor Sie sich fürchten, obwohl ihr Menschen eure Welt doch schon zugrunde gerichtet habt?« »Wir haben immer unser Schicksal gemeistert, und es wird ein Tag der Wende kommen«, erwiderte Dorian. »Sie können nicht einfach daherkommen und behaupten, dieser Planet würde in einigen Jahren eh zugrunde gehen. Dann warten Sie doch ab! Für Sie macht es doch keinen Unterschied, ob Sie diese Welt jetzt auslöschen oder in aller Seelenruhe darauf warten, dass sie es selbst tut!« Nathaniel sah zum Meer hinaus. »Interessanter Aspekt. Und dennoch werden Sie mich nicht umstimmen können.« »Dann haben wir alles verloren«, raunte Dorian ...
Geschrieben von Martin Kay
Erscheinungsdatum: 19.07.2025
Geschrieben von Das Gleichgewicht am 27.07.2025 um 17:39:
Dorian Hunter ist Angelina erwischt, doch die Dämonin gibt nicht auf und folgt seiner Spur bis zu dem Feld, wo sich Nathaniel den Dämonenkiller geschnappt hat. Und wo noch der mächtige Kommandostab liegt, der auf Dämonen allerdings äußerst geladen reagiert und den Angelina deshalb nicht an sich bringen kann.
Zakum sucht indes die Jugenstilvilla auf und scheucht Angelinas Diener hinaus. Im magielosen Zustand ist die Villa wertlos für die Schwarze Familie, da kann sie auch leer stehen. Keine Ahnung, was das soll. Als Übergangskanzler hat er sicher wichtigeres zu tun, um bald einen Nachfolger für Luguri zu finden.
Und Dorians Freunde machen sich Sorgen um ihn, weil er sich seit Tagen nicht mehr gemeldet hat. Der Dämonenkiller befindet sich mit den anderen Auserwählten an Nathaniels Rückzugsort und kämpft gegen die Beeinflussung des Engels an. Als weiteren Auserwählten hat Nathaniels einen Bauer zu sich gerufen, der im letzten Band Dorian nach seinem überhasteten Teleport gefunden und verarztet hat. Wieder so ein zufälliger Hansel, wo es für mich keinen Sinn macht, wieso er so wichtig für den Engel ist. Um Dorian für sich zu gewinnen, erzählt er ihm seine Geschichte. Schade, seine Vergangenheit auf dem Planeten Khartu'un entzaubert die Figur ziemlich. Wie schon Olivaro entzaubert wurde. Beide sind halt einfach nur Aliens von einem anderen ausgefallenen Planeten, die auf der Erde gestrandet sind. Zum Beispiel interessiert mich da das Erdinnere mit den mächtigen Urdämonen wesentlich mehr, aber das wird leider in der Hauptreihe bis jetzt kaum behandelt. Nun gibt es ja neben Nathaniel noch eine einzige andere Engelin auf der Erde, die vor Urzeiten von den Dämonen gefangen und gebrochen wurde. Und gerade die kennt Nathaniel zufällig. Alannah ist eine Jugendfreundin von ihm. Wie hoch sind die Chancen? Dieser Rückblick versaut mir gerade ziemlich viele Dinge im Zusammenhang mit dem Plot.
Dorian kann natürlich trotz der Erklärungen nicht gutheißen, dass Nathaniel die Erde vernichten will, um nochmal ohne Dämonen von vorn zu beginnen. Dafür muss er die Regeln der Magie beachten. Genau so ein Kram wie irgendwelche neuen Regeln der Schwarzen Familie, die bei Bedarf willkürlich aus dem Hut gezaubert werden und von denen man vorher nie gehört hat. Damit machen es sich die Autoren halt einfach, einen Plot zu gestalten. Jeder Auserwählte hat für das Weltuntergangsritual eine besondere Rolle zu erfüllen. Nathaniel fehlen noch ein Ex-Hexer (zufällig hält sich Vollstrecker Abi Flindt gerade bei einem auf, so wird der also noch ins Spiel kommen) und ein dunkler Gegenpol zu ihm. Luguri wäre der perfekte Kandidat, aber der ist ja tot. Mal sehen, wer als Ersatz herhalten muss.
Bis jetzt kann mich die erste Hefthälfte nicht überzeugen. Angelinas Handlung war für mich noch am solidesten, weil sie kohärent ist und ich ihren Gedankengängen folgen kann. Warum Zakrum die Jugenstilvilla räumt und leer stehen lässt, macht hingegen wenig Sinn, der hat eigentlich wichtigeres zu tun. Und Nathaniels Erklärungen frustrieren mich eher. Der Engel ist einfach nur ein weiterer Alien von einem abgedrehten Planeten (wie Olivaro) und zufällig mit der einzigen anderen auf der Erde überlebenden seiner Art befreundet. Sicher. Für seinen Weltzerstörungsplan werden irgendwelche Regeln der Magie aus dem Hut gezaubert, damit macht Martin Kay es sich extrem einfach. Als nächstes braucht Nathaniel dann vielleicht einen einäugigen Spanier mit Schnurrbart und rosa gefärbten Haaren, der sein Auge bei einem Handwerksunfall mit einem Schraubenzieher verloren hat. Weil….äh….Regeln der Magie für apokalyptische Rituale! Etwas überzogen, aber damit kann man vielleicht nachvollziehen, warum mich sowas nervt. Auch bei den regelmäßig neu erfundenen „Regeln der Schwarzen Familie".
Der nächste potentielle Auserwählte kommt vielleicht von ganz allein zu Nathaniel. Kieran Slattery und Abi Flindt wollen den Engel nämlich mit einem Zauber aufspüren. Der Lokalisierungszauber schlägt jedoch fehl und sie werden von einem gefährlichen Zeitnebel umhüllt. Der lässt sie nicht wie vermutet altern, sondern transportiert sie eher zu dem Feld, wo Angelina sich befindet. Warum auch immer. Vollstrecker Abi freut sich über die Chance, eine mächtige Gegnerin zu killen, doch sie sind Angelina unterlegen. Nur das überraschende Auftauchen der Engelin Alannah im Heftromantiming rettet sie. Die ist ebenfalls Nathaniel auf der Spur.
Der trifft mit seinen Auserwählten zum Finale ein. Nach Luguris Tod ist Alannah dem Versagerdämon nicht mehr verpflichtet und will Nathaniel davon überzeugen, von seinem Plan abzulassen. Es kommt zur Konfrontation, bei dem der Engel seine ehemalige Freundin tötet. Von seinem Ziel wird ihn niemand abbringen. Deshalb freut er sich auch, dass Kieran Slattery hier ist und direkt in den Kreis der Auserwählten aufgenommen werden kann. Fehlt noch ein Luguri-Ersatz. So wichtig sind die Regeln der Magie offenbar doch nicht, denn Nathaniel ist sich sicher, das Weltuntergangsritual auch mit sechs der benötigten sieben Auserwählten durchführen zu können. Na dann.
Während Nathaniel direkt hier auf dem Feld das Ritual beginnt, taucht Angelina nochmal auf und betrachtet neugierig Alannah. Die ist doch nicht komplett vernichtet, ihr Körper setzt sich wieder zusammen. Das müsste Nathaniel bei einer Artgenossin doch eigentlich wissen, wieso hält er sie für tot? Ach, was frag ich in diesem Heft überhaupt noch. Hier macht so wenig Sinn. Alannah saugt Angelina dann überraschend die Lebensenergie aus, um sich zu stärken. Ist Angelina jetzt tot?
Das letzte Heft war ein kleiner Lichtblick. Ganz genau das, was ich von eine simplen trashigen Horrorserie erwarte. Hier geht es leider direkt wieder bergab. Martin Kay kommt mir wie ein motivierter Hobbyautor vor. Er hat viele Ideen, aber die sind alle sehr schlecht umgesetzt und eine spannende kohärente Handlungsstruktur gelingt ihm kaum. Figuren agieren ohne nachvollziehbare Gründe und erklärt werden sie dem Leser auch nicht, damit er sie besser nachvollziehen kann. Es werden irgendwelche Regeln aus dem Hut gezaubert, damit man den Plot nicht erklären muss. „Sind halt die Regeln der Magie!“. Die aber plötzlich aufploppen und nicht gut in die Serie eingeflochten wurden, dann hätte mich das nicht gestört.
Jetzt habe ich auch auf den Engelsplot keinen Bock mehr. Das ist einfach kein gutes „Woldbuilding“ oder interessante und glaubhafte Figurenkonzeptionierung. Wäre es eine der vielen Serien als ebook bei amazon im Selbstverlag, würde ich mich nicht so beschweren. Aber der Dämonenkiller (oder Dorian Hunter) hat einen Ruf. Und dem werden weder Martin Kay noch Dario Vandis gerecht. Vielleicht müssen sie ihren Weg erst noch finden.
Der Roman begann mit Angelina noch gut, wurde dann zur Heftmittel mit Zakum unterdurchschnittlich und mit Nathaniels Erklärungen und seinem Ritual echt
SCHLECHT (4 von 10 Freaks)
__________________ Aktuelle Lesefavoriten:
1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller
Geschrieben von Schneedrache am 28.07.2025 um 18:04:
Zitat:
Original von Das Gleichgewicht
Jetzt habe ich auch auf den Engelsplot keinen Bock mehr. Das ist einfach kein gutes „Woldbuilding“ oder interessante und glaubhafte Figurenkonzeptionierung. Wäre es eine der vielen Serien als ebook bei amazon im Selbstverlag, würde ich mich nicht so beschweren. Aber der Dämonenkiller (oder Dorian Hunter) hat einen Ruf. Und dem werden weder Martin Kay noch Dario Vandis gerecht. Vielleicht müssen sie ihren Weg erst noch finden.
Auf jeden Fall sind es bei Dorian Hunter anscheinend erstmal nur diese zwei Autoren, die sich abwechseln. Kann dir im Moment nicht richtig sagen, wen ich besser finde, aber wahrscheinlich Dario Vandis (Dennis Ehrhardt). Der hat anscheinend auch mehr mit Dorian Hunter zu tun. Martin Kay (Martin Knöpper) sagt mir relativ wenig.
Mit dem Engelsplot ist es ja bald vorbei.
Ich brauche aber noch eine Weile für die Hefte.
Geschrieben von Das Gleichgewicht am 29.07.2025 um 20:47:
Zitat:
Original von Schneedrache
Mit dem Engelsplot ist es ja bald vorbei.
Ich brauche aber noch eine Weile für die Hefte.
Und ich bin mir sicher, dir werden die Hefte besser gefallen, als mir. Du hast nicht so übertriebene Ansprüche an die neuen Abenteuer.
__________________ Aktuelle Lesefavoriten:
1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller
Geschrieben von Schneedrache am 29.07.2025 um 22:42:
Zitat:
Original von Das Gleichgewicht
Und ich bin mir sicher, dir werden die Hefte besser gefallen, als mir. Du hast nicht so übertriebene Ansprüche an die neuen Abenteuer.
Ich denke nicht, dass deine Ansprüche übertrieben sind. Aber je höhere Ansprüche man stellt, um so schneller wird man natürlich enttäuscht. Ich versuche da schon auch, vieles nicht zu kritisch zu sehen, z.B. sogenannte Heftromanzufälle.
Ich brauche auch keine großen Zyklusentwürfe wie bei Maddrax oder bombastische Herr der Ringe mäßige Großschlachten wie von IRH in Sinclair, da fehlen ja wirklich nur noch die Raumschiffe wie bei Star Wars.
Aber es ist eben auch schade, dass Experten wie Olivaro und Talis sich da komplett zurückgezogen haben und schon nach nur 160 Heften da so einen Schlussstrich ziehen, weil die Serie irgendwie nicht mehr dieselbe ist. 160 Hefte, das ist längst keine Historie wie bei John Sinclair, und ich glaube, außer um Coco würde es mir da bei keiner Figur besonders leid tun, wenn sie bald nicht mehr dabei wäre.
Ich glaube, ich bin da auch sehr offen für diese "neuen Abenteuer". Ich habe da keine besonderen Erwartungen, und es dauert auch nicht mehr ewig, bis andere Autoren kommen. Die Tage von Martin Kay sind gezählt.
Geschrieben von Schneedrache am 02.08.2025 um 09:23:
Ich gebe dem Roman noch ein gut. Ich denke auch, dass der Roman mit Angelina ganz gut anfing, wie sie versucht, einer Sache auf die Spur zu kommen. Die Weichen für die finale Konfrontation der zwei "Engelswesen" bzw. Schemen sind ja gestellt.
Dass die Hintergrundgeschichte diese Wesen entmystifiziert, finde ich nicht. Da bleibt noch genug Mystisches übrig. Man weiß, sie kommen von dieser fremden Welt mit fünf Sphären, Mutter der Welten Dunkelzone der Läuterung, Sphäre der Illusionen, Fuß der Götter, Born der Magie,
und in der letzten gibt es nur zwölf Schemen, die sich dem Kampf gegen die Schwarzen gewidmet haben.
Vieles bleibt natürlich unlogisch, vor allem, warum Nathaniel sich mit Dorian eine Laus in den Pelz setzen musste. Nebenbei gibt es noch die Geburttstunde eines neuen Vampirs, Ken Harding, der anscheinend eine Art Nachfolge Rebeccas antreten könnte, wie man aus dem nachfolgenden Roman schließen kann, den ich auch schon gelesen habe.