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Geschrieben von Michael am 16.12.2007 um 18:53:

Fragezeichen Wie sollte ein Heftroman heute sein ?

Wie sollte ein neuer Heftroman sein ?

Wenn man mich fragen würde :

# verwundbare Probanden
# eine intelligente Story
# ein facettenreicher Plot, d.h. keine zu schnell abgeschlossene Kurzgeschichte.
# nicht nur schwarz und weiß. Die Grenzen sollten auch mal fließend sein.
# etwas Gothic : es darf düster und bedrückend sein.
# etwas Mystery
# nicht nur Happy-End
# Gewalt, aber kein Splatter oder Massaker
# Action die nicht die Handlung verdrängt
# eine Prise Erotik. Wirklich nur eine Prise. ;8)

Das sind zehn Punke, dir mir aus dem Stand eingefallen sind. Jeder hat sicher individuelle Wünsche.

Was würde euch dazu einfallen ?

Michael

__________________
Wenn die Süße des geringen Preises verflogen ist, die Bitterkeit minderer Qualität wird bleiben.


Geschrieben von Mikru am 20.12.2007 um 19:18:

Wünschte mir auch das Gut und Böse mal verschwimmen, aber laut Jugendschutz muss deutlich sein im Heftroman wer Gut und wer Böse ist. War mal in einen Interview von Jason Dark zu lesen in Phantastische Zeiten, damit die Jugend nicht verwirrt wird Augen rollen


Geschrieben von Glenda Perkins am 29.01.2008 um 23:42:

Ja das mit dem Jugendschutz kapiere ich eh nicht. Ich habe früher gerne (manchmal auch heute noch *rotwerd*) die mystery gruselromane von denise gelesen. Die sind für Jugendliche, aber da gibt es offenbar keinen Jugendschutz, jedenfalls stand die was drin und da ging es richtig ab mit teilweise tonnenweise Blut und vielen Toten und so weiter. Warum braucht dann John Sinclair und andere Jugendschutz?


Geschrieben von Harantor am 30.01.2008 um 00:28:

Der Jugendschutz als Behörde (Bundesprüfstelle) hat den Heftroman schon alng nicht mehr auf dem Zettel. Die gucken jetzt eher nach DVD und PC-Spielen. Aber die klassischen Heftromanverlage haben sich einer Selbstkontrolle. Die ist übler als der staatliche Jugendschutz. Das ist ein Anwalt, der die Romane liest.


Geschrieben von stoneangel am 02.02.2008 um 16:02:

Ich habe ja selbst noch nie einen "echten" Heftroman (also von denen ihr hier sprecht) geschrieben, aber gelesen, und was mir in diesen Heften eindeutig fehlt, sind bei den Frauenromanen echte Charaktere und Konflikte, die nicht nur von außen kommen, innere Monologe und Frauen als Hauptfiguren, die nicht so denken und fühlen, wie es vor siebzig Jahren der Fall war.

Aber auch die Gruselromane des Bastei Verlags (hatte Kelter eigentlich auch mal welche?) haben mich nie angesprochen, weil sie immer so wirken wie die uralten Dracula Filme. ich liebe es, wenn z. B. Vampire nicht nur gefährlich, sondern auch anziehend sind. Find das mal beim Johnny oder so was ...

Ich denke, es muss einfach mehr mit der Zeit gegangen werden. Zeiten ändern sich, Menschen verändern sich, nur die Heftromane bei Bastei und Kelter ändern sich nie. Sehr schade.

LG
Daniela


Geschrieben von Harantor am 04.02.2008 um 00:31:

Kelter hatte den Geister-Krimi, Monstrua, sowie diverse Auswertungen der Helden Masters (Hathaway/Wunderer) und Tate (Hary) und zu schlechter letzt "Geisterfänger"


Geschrieben von Mirko Stauch am 19.04.2008 um 11:54:

Oft genug habe ich mich gefragt, warum die Heftromane das Schwarz-Weiß-Muster verfolgen und sich nicht tatsächlcih mal auf eine komplexere Struktur einlassen. Weil es Pulp-Fiction ist. Bis zu einem gewissen Grad haben die inneren Serien ja komplexe Strukturen, wie Professor Zamorra oder John Sinclair, aber in erster Linie dienen diese Hefte der Unterhaltung. Sie sind leichte Kost und die inneren Monologe und all das andere gehört nicht in den Heftroman.

Dennoch gebe ich Evil recht, wenn nach z.B. "verwundbaren" Helden verlangt wird. Aber auch hier kann ich, zumindest im Fall John Sinclair, viele Verwundungen, bad ends und Tode beliebter Hauptfiguren aufzählen. Jason Dark bemüht(e) sich schon, es nicht immer so ausgehen zu lassen, dass am Ende sogar der Dämon ins befreite Lachen der Protagonisten einstieg.

Als die Serien entstanden, war die Masse der Leser in das simple und von allen Seiten der Gesellschaft und Politik propagierte Gut-Böse-Schema geprägt worden. Oft genug spielten sich die Konflikte zwischen Gut und Böse vor dem Hintergrund einer Welt ab, in der es reale gute und böse Mächte gab. Vom rezeptionsästhetischen (tut mir Leid, blödes Wort) Standpunkt aus, war es so alles leichter zu konsumieren. Und die Hochphase der Heftromane, gerade des Horrorromans, waren die 70er und 80er Jahre, in denen der Kalte Krieg auch medial seinen Höhepunkt fand. Es ist natürlich anmaßend, jetzt in einen pseudoeschatologischen Reflex zu verfallen und zu behaupten, dass mit dem "Ende" des Kalten Krieges das Bedürfnis nach Zerstreuung in einfacher Form (Gut vs. Böse) plötzlich ein Ende gefunden hätte. Natürlich ist das Quatsch. Oder nicht ganz. Der Konflikt hat sich jetzt verlagert, kennt andere Gegener wie Terroristen und Ökosünder, die man bekämpfen muss. Jedoch getreu dem von Meister Lovecraft angewandten Materialismus sage ich, dass dieses Schema relativ ist. Abhängig vom Betrachter. Also ist des Dämons Werk für ihn selbst das Gute, für Sinclair das Böse, auch wenn der Dämon sagt, er wolle das Böse auf die Welt bringen usw. Aber will man denn eine philosophische Diskussion über Relativismus von Gut und Böse in einem Heftroman lesen? Natürlich nicht, aber dargestellt wollen wir das schon haben und das ist machbar, wenn auch nur subtil. Den Spagat zwischen Unterhaltung und einem subtilen Thema hinzukriegen, stelle ich mir irrsinnig schwer vor. Es wird auf Verkaufbarkeit gesetzt und darunter leidet der Inhalt. Was alleine an Schrott hinter Dan Brown (der auch nicht besonders gut ist) hergeworfen wurde, ist jenseits selbst des primitivsten Geschmacks.

Ferner stehen unsere Autoren unter gewissen Zwängen (nicht psychologisch, obwohl...wer weiß das schon? großes Grinsen ) Die Hefte müssen sich auf einem schmalen und hart umkämpften Markt behaupten. Dazu müssen gerade Serien Helden aufgebaut sein und sich in einem Universum bewegen, das kohärent ist. Da bleibt wenig Spielraum. Neulich hatte ich einen kurzen Kontakt zu A.F. Morland, der einige hundert Heftromane aller möglichen Genres geschrieben hat (http://www.realhomepage.de/members/morland/). Meine Frage an ihn war, welchen Umfang ein solcher Heftroman im Manuskript eigentlich hat und die Antwort diktiert einen gewissen Respekt: 110 Seiten, à 30 Zeilen mit je 60 Zeichen. Das ist eine Menge und die will spannend, verkäuflich und sinnvoll gefüllt werden. Im Fall Jason Dark seit fast 30 Jahren (+/- Ghosts). Und man kann nicht sagen, dass die Serie als solches "unspannend" ist, oder?

Ferner haut die Konkurrenz mächtig rein. Heftromane sind nicht rentabel, so sie denn nicht seit Ewigkeiten laufen. Das ist bedauerlich, denn ich vermisse die Vielfalt. Da fand ich die Schattenreich Pulp-Serie wirklich gut in ihrem Anspruch, ein echtes Pulp zu gründen und zu halten. Aber da es sich schon in Aufmachung und Werbung eher in der Gothic-Szene verortet hat, war es meiner Meinung nach, zum Scheitern verurteilt. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hatte der Verlag auch ziemlich brutale Konditionen den Autoren gegebüber, z.B. vollständigen Abtritt des Urheberrechts, was, so sehr ich den Verlag schätze, nicht fein ist.

Die mangelnde Vielfalt führt natürlich auch dazu, dass sich tapfere Kleinstverlage des Genres annehmen, das aber auch nur "Von der Szene für die Szene" machen. Also echte Liebhaberprojekte kleiner Magazine. Diese Szenezugehörigkeit führt zu einer Kreisdrehung, denn nur innerhalb des Fanzirkels wird Werbung gemacht, zwar gezielt, aber eben nicht für jeden erkennbar. Aber es gibt sie.

Früher war eben nicht alles besser, aber das ein oder andere doch.


Geschrieben von DarkWriter am 14.06.2008 um 10:29:

Hallo,

der Heftroman muss heute genau so sein wie die Filme heute sind. Realistisch, hart, mit Erotik (die kein Selbstzweck ist) und mit aktuellen Themen besetzt.

Grüße


Geschrieben von Herr der Finsternis am 27.10.2018 um 22:22:

Tolles Cover haben!
Gute Geschichte muss sein!
Mich direkt fesseln von der 1 Seite.
Gute Heft Qualität!
Und schön gruselig muss es sein


Geschrieben von dark side am 27.10.2018 um 23:52:

Ist Delios hier jetzt auch am Start ? Urks Baff großes Grinsen .

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