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Dorian Hunter - Dämonenkiller Nr. 179: Versammlung der Dämonen
Versammlung der Dämonen
Vorsichtig spähte Toshiro Ishida in den Abgrund. Er befand sich auf einem kleinen Felsvorsprung dicht unter der Decke einer gewaltigen Höhle. Überall an den Wänden flackerten die goldgelben Flammen von Fackeln und beleuchteten die gespenstische Szenerie. Toshiro erblickte eine Unzahl illustrer Gestalten, die sich um einen langen Tisch versammelt hatten. Auf den ersten Blick machten die Leute einen völlig normalen Eindruck, sodass er seine Idee, einem Teufelskult auf der Spur zu sein, in Zweifel zog - bis er die Opfer sah! Mehrere Menschen hingen nackt an Seilen von der Decke. Sie lebten noch, doch es war unzweifelhaft, dass die anderen etwas ganz Spezielles mit ihnen vorhatten. Toshiro Ishida gefror das Blut in seinen Adern, als sein Blick auf seine Verlobte Minako Koyama fiel, die sich ebenfalls unter den Opfern befand ...
"Versammlung der Dämonen" hat mir jetzt nicht ganz so gut gefallen. Der interne Machtkampf um die Nachfolge Luguris als Fürst der Finsternis fängt ja auch eher schleppend an. Angelina, Luguris Mätresse, hat Ambitionen und sich zum Ziel gesetzt, Dorian Hunter auszuschalten. Da wurde nebenbei eine halbe Stadt ausgelöscht, das allerdings nicht im Detail beschrieben. Das fand ich übertrieben. Wenn Dämonen so aktiv wären, würde das nicht mehr ignoriert werden können. Das ist nicht dasselbe, wie wenn hier und da ein paar Leute verschwinden.
In der Zeit hat unser Engel-was-auch-immer Nathaniel ein paar Leute eingesammelt, die ihm helfen sollen. Nächster Band ist dann das Finale, und danach wird man wahrscheinlich nie wieder etwas von ihm hören, nehme ich an. Warten wir es ab. Ich gebe mal ein gutes mittel für den Roman.
In der Ruine einer irischen Abtei findet die Versammlung der Dämonen statt. Natürlich mit einem grausamen, blutigen und sexualisierten Schwarzen Sabbat. Nett gemeint, aber an Ernst Vlcek kommt Martin Kay einfach nicht ran. Der war und ist der Meister solcher Beschreibungen. Der Japaner Toshiro stolpert über das dämonische Treiben, wird erwischt und muss fliehen. Dorian hat von der Versammlung erfahren und ist vor Ort. Eine innere Heftromanstimme rät ihm plötzlich, sich zu beeilen.
Die Dämonen in der Abtei erfahren inzwischen, dass Luguri tot ist. Also hat Zakum den Versagerdämon tatsächlich unspektakulär im Off von einem der letzten Hefte gekillt, als er die Gelegenheit dazu hatte. Enttäuschend, aber es fügt sich in die Luguris Historie ein. Wenigstens sind wir ihn so endlich los. Rebecca hält man ebenfalls für tot. Der Leser weiß es besser. Nun muss ein neuer Anführer der Schwarzen Familie her und Angelina ist ganz heiß auf den Posten.
Dank dem kleinen Plotschubser kann Dorian sich zum perfekten Zeitpunkt anschleichen, um alles mitzuhören und sich ungesehen davon zu machen. Wachen gibt es bei dieser so wichtigen Versammlung keine, oder? Er ahnt nicht, dass die Gegenseite schon längst weiß, dass er sich im nahen Dorf einquartiert hat. Wobei er aber eigentlich damit rechnen könnte.
Nach der Hefthälfte noch keine Spur vom Nathaniel-Plot, sondern wieder Dämonenkram. Aber immerhin besser geschrieben als von Dario Vandis. Ich bin gespannt, ob Nathaniel oder Abi Flindt in diesem Heft nochmal zum Zug kommen.
Das tun sie recht schnell. Nathaniel hat Toshiro vor den dämonischen Verfolgern gerettet. Er braucht ihn für seinen obligatorischen Masterplan. Sieben Menschen muss er zusammenbekommen, um die Welt zu erlösen. Wieso? Und welche Menschen? Besondere Menschen offenbar nicht, wenn der Statist Toshiro dabei ist. Phillip als Dämonenorakel und Helena Riedberg als einzige Überlebende der Ausgrabung von Nathaniels Erweckung ergeben für mich eher irgendeinen Sinn. Vier Personen fehlen also und hoffentlich zeigt sich noch, wieso Nathaniel sich nicht einfach vier zufällige Hanseln packt, um direkt loslegen zu können. Ach, und der geistig behinderte Phillip öffnet seine Hose und fummelt dort herum, während er mit Nathaniel rummacht. Äh….ok? Unangenehm!
Nathaniel hat auch Abi Flindt nach Irland in die Wildnis teleportiert. Mit der Hilfe des Gnoms Oirbsen findet er auf den rechten Plotpfad. Der Gnom zieht hier wohl einige Strippen. Er war es auch, der den Helden am Ende des letzten Heftes den Hinweis auf das Dämonentreffen gegeben hat. Dass Coco ihn aus ihrer Jugend kennt, weiß sie nicht mehr, weil ja ihre Erinnerungen irgendwie blockiert sind. Jedenfalls trifft Abi von Oirbsen angeleitet auf einen Hexer, mit dem er sich verbündet.
Bei Dorian schlägt die Gegenseite inzwischen erbarmungslos zu und verwandelt das ganze Dorf in ein Schlachtfeld. Beeinflusste Menschen drehen durch und metzeln ihre Nachbarn und Freunde. Dorian steckt mitten in diesem Chaos. Schließlich zeigt sich die Verursacherin. Es ist wenig überraschend Angelina, die sich den Dämonenkiller als Trophäe schnappen will. Aber Dorian hat ja den übermächtigen Kommandostab und kann sich wegteleportieren. Verletzt und ohne festes Ziel irgendwohin. Zum Glück wird er von Bauern aufgegriffen, die sich um ihn kümmern. Als er sich weiter nach England versetzen will, wird er jedoch im Cliffhanger von Nathaniel unterbrochen, der ihn in seinen Bann zieht. Den Kommandostab lässt er achtlos zurück. Wäre schön, wenn er weggeschwemmt wird oder von einem Unwissenden eingepackt und nie wieder in der Serie auftaucht. Bezweifle ich aber.
Es geht doch. Solide erste Hälfte mit dem üblichen Dämonenmachtspielchenkram. Solide zweite Hälfte mit Nathaniel und Abi. Überraschender Cliffhanger, keine großen Patzer. Naja einer. Dass Phillip als geistig behinderter Junge/Teenager (wie alt ist der eigentlich inzwischen?) in seiner Hose herumfummelt und gleichzeitig mit Engel Nathaniel rumknutscht hätte ich echt nicht gebraucht. Diese Szene hat auch keinerlei Mehrwert. Und wenn man eine Verbundenheit oder Seelenverwandtschaft etablieren will, wäre das auch angemessener gegangen.
Ich überlege, ob ich hier ein verdammt knappes Sehr Gut geben soll. Die Qualität der Reihe ist inzwischen so weit gesunken, dass so ein solides unterhaltsames Heft positiv heraussticht. Auf jeden Fall (7 von 10 Freaks) und dann doch nur ein GUT, so fair muss ich sein.
__________________ Aktuelle Lesefavoriten:
1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller