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Vor zwölftausend Jahren begann die Gegenwart! Als wir das von einem Wissenschaftler namens Walter Hogland erfuhren, wollten wir es nicht glauben. Auch nicht, als er von einer geheimnisvollen Frau sprach, die mehr als zehntausend Jahre alt sein sollte. Sie wurde von manchen Menschen als Sukkubus bezeichnet, als weiblicher Teufel, der den Männern die Kraft und die Seele raubte. In Kairo trafen wir mit ihr zusammen. Ausgerechnet auf mich hatte sie es abgesehen, denn in dieser Stadt am Nil sollte sich mein Kismet erfüllen ...
Erscheinungsdatum: 27.08.1996
Cover: Luis Royo
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*** Eintracht Braunschweig *** *** Tradition seit 1895 ***
*** Deutscher Meister 1967 ***
Der Archäologe Walter Hogland hat in Kairo feuchte Träume von der sexy Frau Fatima. Oder sind das gar keine Träume? Der neueste Sextraum hat ihn besonders ausgelaugt. Kein Wunder, dann er ist irgendwie um Jahre gealtert. Da er sich mit alten Mythen beschäftigt, ist für ihn relativ klar, dass es eine Sukkubus auf ihn abgesehen hat. Aber warum gerade er? Wegen seinen Forschungen? Egal, nichts wie weg hier!
In London wendet er sich an Sir James und die Spezialabteilung von Scotland Yard. John und Suko glauben seine Geschichte und seine ungewöhnliche Alterung ist Beweis genug. Neben der Archäologie beschäftigt sich Walter Hogland auch mit der Geologie. Besonders alte Karten haben es ihm angetan und die Antarktis. Der Wissenschaftler vermutet, dass es dort früher eine mythische Hochkultur gegeben hat. Ganz wie Atlantis, von dem die Geisterjäger ja wissen, dass es das wirklich gegeben hat. Vielleicht stammt Fatima von dort.
Es ist erfreulich, dass dieser Einstieg in den Fall der Woche so überzeugend geschrieben ist. Es macht total Sinn, dass die Geisterjäger sofort Feuer und Flamme sind. Ich als Leser bin es ebenso. Schade, dass aus dem Thema "Hochkultur Antarktis" meines Wissens nichts mehr gemacht wurde.
Jedenfalls hat Walter Hogland auch die Cheops-Pyramide nach geheimen Kammern untersucht und es kann durchaus sein, dass Fatima in einer davon ihr Versteck hat. Dort hat er das erste mal ihre Stimme gehört. Der Mann forscht aber auch immer genau dort, wo er Fatima auf die Füße tritt.
John, Suko und Walter Hogland fliegen zurück nach Kairo. Direkt in seinem Hotelzimmer meldet sich Fatima bei Walter Hogland und er hört ihre Stimme in seinem Kopf. Solche Szenen schreibt der Altmeister ja sehr gerne. Dann besuchen sie einen Kollegen des Forschers, der sich mit der Cheops-Pyramide gut auskennt. Den können sie in seiner Wohnung nur stark gealtert vorfinden, ihn hat es schlimmer erwischt, als Walter Hogland. Mit seinen letzten Kräften berichtet er von Fatimas Besuch, aber sowas haben die Geisterjäger schon geahnt. Hier kommen sie nicht weiter.
Also zurück ins Hotel. Hier zieht sich die Handlung wieder zu sehr, aber Darks Romane waren ja noch nie die hektischsten. Typischer Mittelteil des Altmeisters. John hat dann im Hotel sein Heftromanbauchgefühl, dass sie jemand beobachtet und in der Nähe ist. Er kann sich auch schon denken, wer. Also schaut er sich mal um. Mehr als eine kurze stille Projektion von Fatima sieht er aber nicht, soll ja nicht zu spannend werden und nur sanfter Wohlfühlschauer bleiben. John richtet sich darauf ein, dass die Sukkubus ihm nachts einen Besuch abstattet und so passiert es dann auch. Wie nett von ihr, den Geisterjäger vorzuwarnen. Er vertraut völlig auf das Ankh auf seinem Kreuz und wie vermutet schützt es ihn vor Fatimas Kräften. Da besteht absolut keine Gefahr. Ein Glück, dass sie sich nicht Suko ausgesucht hat oder direkt in sein Zimmer wechselt, um ihn auszusaugen.
So geht es am nächsten Tag nach Gizeh, wo sich Fatima irgendwo in der Cheops-Pyramide verstecken muss. Um die Wachen an der Pyramide müssen sich sie keine Gedanken machen, darum hat sich schon Fatima gekümmert. Wie nett. Während sich die Geisterjäger um die gealterten Leichen kümmern, überrascht die Sukkubus Walter Hogland. Sie fährt als Geist in ihn hinein und tötet ihn auf der Stelle. Dass sie das kann ist neu. Da kann man John und Suko keinen Vorwurf wegen Nachlässigkeit machen. Also ist Fatima ein vampirischer Sukkubus und extra noch ein Gespenst oder wie? Der Altmeister wollte wohl so eine tolle Szene einbauen, egal ob es zum Figurendesign passt.
Wie sollen sie jetzt ohne den Archäologen Fatimas Versteck in der Pyramide finden? Gar nicht. Es ist Zeit fürs Finale und deswegen zeigt sie sich offen für ein Pläuschchen. Woher sie kommt, wie sie sich in Ägypten niedergelassen hat, wie lange das her ist. Und sie sieht sich selbst nicht als Bösewicht, weil sie sie Menschen nur aussaugt, um zu überleben. Und um ihr Geheimnis zu wahren. Das sie John und Suko aber gerade in aller Ruhe ausplaudert. Die Geisterjäger lassen sie ziehen und John findet nicht, dass sie ein "weiblicher Teufel" ist. Ja dann...soll sie ruhig weiter Männer aussaugen und killen. Wozu sollte John auch seinen Job machen und sie ausschalten? Ein Vampir saugt auch nur Blut, weil er es zum Überleben braucht. Aber das ist was ganz anderes, das sind böse Monster, die gekillt werden müssen. Was war das wieder für ein Finale? Aber passt zum Wohlfühlgrusel.
Ich wollte eigentlich mal versöhnliche Worte finden, aber das Finale ist ein echter Aufreger. Na gut, ich probiere es trotzdem. Ein typischer Wohlfühlgrusler des Altmeisters. Mit einem interessanten stimmigen Beginn, da gibt es keine große Kritik von mir. Mit einem unaufgeregten Mittelteil, der sich stellenweise ziemlich zieht und in die Langeweile abgleitet, aber atmosphärisch ist. Und mit einem Finale das...naja. Fatima stellt sich den Geisterjägern freiwillig für einen Plausch über ihr Leben. Obwohl sie ihr Geheimnis bis jetzt immer bewahren wollte und dafür gemordet hat. Statt eines Finalkampfes gibt es also ein nettes Gespräch und dann lässt John sie tatsächlich gehen, weil sie ja nur Männer killt, um zu überleben. Damit ist sie keine "weibliche Teufelin" für ihn. Danke für Nichts!
Sowohl Helden als auch Gegner lesen sich wie man es vom Altmeister gewohnt ist. Beide Seiten agieren nicht gerade konsequent und schlau, stellenweise sogar komplett unnachvollziehbar. Eine richtige Gefahr ist Fatima nicht. John ist durch das Ankh auf seinem Kreuz geschützt und an Suko probiert die Sukkubus sich gar nicht erst. Die Nebenfiguren saugt Fatima immer genau so weit aus, dass es für den Plot passt.
Ein letztes Wort zu Ägypten, beziehungsweise Kairo. Das wird extrem klischeehaft dargestellt. Dark ist wohl wie in London noch nie persönlich dort gewesen und verlässt sich auf sein Lexikonwissen.
Ich wollte versöhnlich sein, weil das Taschenbuch für einen Dark dieser Ära echt in Ordnung ist. Abgesehen vom Finale kann ich auch nicht viel meckern und Freunde vom darkschen Wohlfühlgrusel werden sich hier wie zu Hause fühlen. Mehr erwarten kann man auch nicht von ihm. Also GUTe (7 von 10 Kreuzen)
__________________ Aktuelle Lesefavoriten:
1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller