Ich war allein, fühlte mich auch so und hatte trotzdem den Eindruck, von versteckten Augen beobachtet zu werden. Ich hatte den Kahn auf die kleine Insel gezogen, um die herum das Wasser eines Seitenarms der Themse schwappte. Das Leben spielt manchmal verrückt. Wieder eine Insel, dachte ich. Aber diesmal keine im Süden Russlands und auch nicht mir Zombies besetzt. Man hatte mich in dieser Nacht auf die Insel bestellt. Wäre es nicht Raniel, der Gerechte, gewesen, hätte ich mir diese Fahrt geschenkt, aber er war jemand, der seine Gründe hatteund mir deren Wichtigkeit auch klarmachen konnte. Eben auf seine Art...
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Teil 1 von Jason Dark, erschienen am 21.08.2000, Titelbild: Almazan
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Worum geht`s im Roman? __________________
Raniel, der Gerechte lockt Sinclair auf eine kleine Insel in einem Themse-Seitenarm. Der Geisterjäger wird dort mit einer Gestalt in einer Kutte konfrontiert, die lautstark klagend ihre Existenz beweint. Raniel erscheint, mahnt Sinclair, nicht zu vergessen, wer er sei, ehe er verschwindet. Als die Gestalt Sinclair attackieren will, wehrt er sich mit dem Kreuz. Die Gestalt wird daraufhin zu Stein.
Raniel macht erneut seine aufwartung, hüllt sich auf Sinclairs Fragen hin jedoch typischerweise in Schweigen. Der Gerechte deutet lediglich an, dass es sich bei den Gestalten um einstige Dämonen handelt, die aus einem Reich entlassen wurden und nun nicht wissen, was sie anstellen sollen. Daraufhin zieht Raniel sein Glasschwert und vernichtet den zu Stein gewordenen (Ex-)Dämon endgültig. Als Sinclair weitere Fragen stellen will, kündigt Raniel lediglich an, dass sie in verbindung bleiben würden und verschwindet.
Der zweite Handlungsstrang führt und nach Uplees an der englischen Küste. Hier ist Ben Adams, der in den Vortagen ein ähnliches Heulen und Klagen wie Sinclair an anderer Stelle auf dem hiesigen Friedhof gehört hat, auf dem Gottesacker unterwegs. Er plant, die Geräuschquelle zu finden und als Beweis auf Band zu bannen. Tatsächlich kann er die Gestalt, ebenfalls wieder in eine Kutte gehüllt, ausfindig machen. Der Kuttenträger blökt Adams an und verlangt, dass dieser ihm helfen soll, da die Gestalt nicht weiß, wo sie hin soll. Adams muss unwissend ablehnen, woraufhin die Gestalt attakiert und gegen einen Grabstein wirft.
Ehe Adams gefährdet werden kann, steigt plötzlich schwarzer Nebel auf und vernichtet die Kuttengestalt. Eine Stimme ertönt in Adams` Kopf und informiert diesen, dass er verschont werde. Er solle aber über das Erlebte schweigen. der Leser weiß natürlich, dass es sich bei diesem Wesen um den Spuk handelt.
Adams flüchtet nach Hause, wo er sich die aufgezeichneten Szenen nochmals anhört. Als er ans Fenster tritt, sieht er in seinem Garten eine weitere Kuttengestalt stehen...
Derweil will Sinclair wieder nach hause fahren. Als er von der Insel aus eben die Themse befährt, gerät auch er in die Schattenwelt des Spouks hinein. Beide unterhalten sich und der Spuk erzählt, dass es sich bei den Kuttengestalten um vernichtete Dämonenseelen handle, die frei gelassen worden seien. Eine habe er in Uplees einfangen können, andere jedoch nicht. Hintergrund ist, dass Luzifer die Dämonenseelen freiließ, indem er Lücken ins Gefüge des Spuk-Reichs schlug. Das Urböse sei eifersüchtig und wolle den gleichfalls mächtigen Spuk vernichten.
Als der Spuk plötzlich verschwindet, tritt auf einmal Luzifers Gesicht zutage und versucht, den Geisterjäger anzugreifen...
Derweil sucht Suko, den ein unruhiges Gefühl beschleicht, Sinclairs Wohnung auf. Hier trifft er auf Raniel, der das Schwert des Salomo holen will, um es Sinclair zu bringen. Der Gerechte klärt Suko über den Hintergrund des Falls auf, erzählt dem Inspektor erstaunlicherweise sogar mehr als Sinclair zuvor. Suko beschließt daraufhin, Raniel zu Sinclair zu begleiten.
Fazit: Wenngleich an einigen Stellen etwas schwaflig zu lesen, bietet der erste Teil einen gelungenen Einstieg in eine Handlung, mit der Dark Dinge andeutete, die für diesen Zeitpunkt der Serie zumindest neu anmuteten. Sowohl die Auftritte des Spuks als auch Raniels waren interessant zu verfolgen. Bleibt abzuwarten, wie die Auflösung im zweiten Teil aussehen wird und wie es auch mit Ben Adams, der unschuldig zwischen die Fronten gerät, in der weiteren Handlung aussieht. Alles in allem habe ich nur ganz wenig zu bemängeln, daher erhält dieser Band ein "sehr gut" von mir.
Talent is a flame. Genius is a fire...