Damona King Nr. 34 - Die Herberge zur Ewigkeit
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Damona King Nr. 34 - Die Herberge zur Ewigkeit

Klappentext:
Die Dämmerung kam ungewöhnlich schnell.
Mike Hunter schaltete die Scheinwefer des Mercedes 450 Sl ein. Ein Blick zu Damona King auf dem Beifahrersitz. Sie hatte ihm erst vor fünf Minuten das Steuer überlassen, betrachtete jetzt die Bäume rechts und links der einsamen Landstraße. Vor dem helleren Himmel wirkten sie wie dunkle Scherenschnitte.
Auf einmal schauderte Mike. Da war etwas, was er sich nicht erklären konnte. Als würde ihm das Grauen im Nacken sitzen. Nur noch zwei Stunden Fahrt, dachte er, um sich abzulenken. Dann haben wir es geschafft, dann sind wir wieder daheim. King's Castle erwartet uns.
Eine Kurve. Mike ging nur wenig mit dem Gas herunter. Der 450 Sl würde die Biegung auch so meistern. Mike Hunter stutzte. Er blinzelte verwirrt. Da war überhaupt keine Kurve mehr!
Die Straße verlief kerzengerade, verlor sich irgendwo in der heraufsteigenden Dämmerung!
*Autor: H.P. Usher*
Cover:
*** Eintracht Braunschweig ***
*** Tradition seit 1895 ***
*** Deutscher Meister 1967 ***
Re: Damona King Nr. 34 - Die Herberge zur Ewigkeit
Mike Hunter schaltete die Scheinwerfer des Mercedes 450 SL ein. Eine Kurve. Ein Blick zu Damona King auf dem Beifahrersitz - sie hatte ihm erst vor fünf Minuten das Steuer überlassen. Auf einmal schauderte Mike. Da war überhaupt keine Kurve mehr! Die Straße verlief kerzengerade, verlor sich irgendwo in der heraufsteigenden Dämmerung! Er wollte etwas zu seiner Freundin sagen, doch er brachte kein Wort über die Lippen. Dafür schrie Damona um so lauter. "Vorsicht!" Geistesgegenwärtig fiel sie ihm ins Steuer. Zu spät! Der Wagen kam von der Straße ab und raste in den Wald, die Welt verwandelte sich in ein krachendes und berstendes Inferno...
Mike Hunter baut also auf der Heimfahrt nach King's Castle einen Autounfall, er und Damona King können sich gerade noch aus dem Wagen retten, bevor der explodiert. Damona spürt, dass der Unfall wohl eine schwarzmagische Falle war. auf der Suche nach Hilfe stolpern sie durch den Wald und werden denn auch von geflügelten Schattenwesen angegriffen. Damona entsinnt sich eines altes Bannspruchs und kann die beißenden und zwickenden Angreifer in die Flucht schlagen. da bricht ein Urweltmonster aus dem Welt, einer haushohen Raupe ähnlich. Damona kann ihre Hexenkräfte aktivieren und das Monster erledigen.
unser Pärchen kann den Wald hinter sich lassen und erreicht schließlich ein unwirtlich wirkendes Wirtshaus, das zu betreten unsere zwei erst noch zögern, bis ein Gewitter losbricht, mit urweltlichem Donner und walnussgroßen Tropfen. patschnass treten also ein in die "Herberge der lustigen Witwen", treffen dort aber keine Grisetten und auch nicht Clocio, Margot, Froufrou, sondern die drei alten Frauen Francis, Lydia und Maggie. Damona und Mike merken rasch, dass sie hier in eine Falle gegangen sind, doch noch bleiben die drei Alten untätig. neue Gäste treffen ein, Ernest Sorlster mit Frau Laura und Schwägerin Pat Simpson, auch sie hatten eine Autopanne. Damona spürt, dass Laura ebenfalls eine Hexe ist, das aber offenbar selber noch nicht weiß, und daher sich auch noch nicht entschieden hat, ob sie eine gute oder böse sein will... die Neuankömmlinge nehmen eine Mahlzeit zu sich, danach will Sorlster zurück zum Wagen, doch ist die Eingangstür verschwunden - er kommt nicht mehr aus dem Haus. bis die Tür wieder auftaucht und neue Gäste eintreffen, Rudy Steiner und Henry Ryall die unterwegs den jungen Autostopper Dan mitgenommen haben.
nun wird rasch klar, dass die alten Frauen in Wahrheit ebenfalls Hexen sind, die wie im Märchen in regelmäßigen Abständen Opfer anlocken. sie hatten damals ihre tyrannischen Männer umgebracht, daher der Name der Herberge. eine vor ihren Schwestern fliehende, abtrünnige junge Hexe hatten die drei erst eingesperrt, dann von ihr Magie gelernt und mit ihrer Hilfe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen: vier Tote vor Mitternacht, vier Tote nach Mitternacht, stündlich verteilt. das Höllenritual. als die junge Hexe die drei Witwen verlassen wollte, wurde sie von ihnen umgebracht. seit ihrem Tod hilft sie mit, neue Opfer herbeizulocken. die Gaststube ist dabei eine Art Zwischensphäre, und bildet das Tor zur bösen Dimension, in der die Opfer ihre Energie, sprich: ihr Leben abliefern. der Körper der jungen Hexe liegt unversehrt in einem Glassarg, und wird von einem Zyklopen namens Gorlo bewacht und beschützt zugleich.
es stellt sich heraus, dass die junge tote Hexe in der Person der Laura die Fäden zieht. es entbrennen Kämpfe zwischen Damona und Gorlo sowie zwischen Mike und Laura, die drei Alten bleiben inaktiv. während Damona ihre Kräfte einsetzt, versucht sich Mike vor der Beeinflussung der Hexe durch Alkohol zu schützen - denn verwirrte Geister schrecken Dämonen ab. unsere Helden obsiegen letztlich, können den Unhold in seine Dimension verbannen und Laura vernichten, und letztlich die Seelen der drei alten Hexen erlösen...
mein Senf 
der Plot gefällt mir ja grundsätzlich; eine verwunschene Herberge, Frauen, die von Opfern zu Tätern werden, eine Hexe, erst vielleicht gut veranlagt, aufgrund der Umstände böse geworden. und Bösewichte, die eigentlich selbst hilflose Sklaven eines übergeordneten Bösen sind. der Fluch, alle Jahre diesem Bösen Lebensenergie in Form von Menschenopfer zuführen zu müssen.
leider wird aber von allem ein wenig zu viel serviert, und irgendwie schafft es der Autor nicht, das alles in eine stringente Geschichte zusammenzusetzen. dazu kommen viele Ungereimtheiten:
- in dem Crash hätten Damona & Mike sehr leicht den Tod finden können, ebenso bei der Attacke durch den Urzeitwurm; sie sollten ja aber nicht getötet, sondern in die Herberge gelockt werden? wer das alles gelenkt hat, bleibt auch unklar, die drei Hexen?
- das Verwirrspiel um die junge Hexe Laura; die hat offenbar Sorlster und Simpson magisch beeinflusst, damit Sorlster sie für seine Ehefrau, und Simpson sie für ihre Schwester hält; etwas umständlich, sie wären ja aufgrund der Autopanne ohnehin in die Herberge gekommen?
die diversen Kämpfe fand ich auch gar nicht so schlecht, und wie es reihum den Gästen an den Kragen geht, das war durchaus actionreich, aber auch düster. die ganze Geschichte rund um Gorlo hingegen eher lächerlich, zumindest aus heutiger Sicht, 1978 mag das noch anders gewirkt haben.
was mir bei Herrn Hary immer wieder mal auffällt, ist dieser reißerische Stil:
Zweige peitschten ihr Gesicht, versuchten, sich in ihren Haaren zu verhaken
schwarze, peitschende Haare bedeckten den ekligen Körper
die Todesangst und das Grauen peitschten ihre Nerven
unsere Nerven waren aufgepeitscht, das Gewitter schürte unseren Haß
aus dem Wald drang ein urweltliches Stöhnen
dann rollte urweltlicher Donner über die beiden hinweg
das Monster stieß ein urweltliches Röhren aus
da: ein urweltliches Brüllen!
das urweltliche Brüllen war ganz nahe
wieder frage ich mich, ist das heftromantypisch, und fanden das die Leser in den 70er Jahren als toll? ich lächle darüber, gefallen tut es mir nicht.
der Autor lässt unser Hexlein auch einen "Goritenspruch" rezitieren. damit verweist W.A. Hary auf eine seiner eigenen Schöpfungen, den Geisterdetektiv und Teufelsjäger Mark Tate. der hatte seinen ersten Auftritt zunächst als Subserie in der Reihe Geister-Krimi. der Seelenwanderer wurde mindestens tausendmal wiedergeboren, "seit ich einst Mahsa, aus dem Stamm der Goriten war, vor undenklichen Zeiten, die in keinen Annalen der Menschheit vermerkt sind, weil das Böse es nicht will und alle Spuren vernichtete. Fast alle! Denn ich selber bin der lebendige Beweis, als der letzte der Goriten, hier und heute..." um diesen "geheimnisvollen, uralten Stamm der Goriten" drehten sich einige der Abenteuer. Exkurs aus
.
bei diesem Geplänkel zwischen Damona und Mike musste ich noch einmal an den Léhar Franzl denken: "Du Ärmster! So schlecht geht es dir mit mir?" "Noch schlechter! Ich liebe dich trotzdem!" Er lächelte ebenfalls. Dann riß er Damona an sich. Sie küßten sich, als wäre die Welt wieder für sie in Ordnung. https://www.youtube.com/watch?v=VwldhHxbTzA&t=55s
und einmal zitiert der Autor Bruce Low und seine eingedeutschte Version des alten Hauses von Rocky Docky:
Dieses Haus ist voller Stimmen, die kein Sterblicher versteht,
dieses Haus ist voller Wunder, wenn der Nachtwind es umweht.
Dieses Haus hat viele Türen und nicht eine führt hinaus,
denn wer drin ist, der bleibt drin in diesem Haus.
https://youtu.be/JF-vQvZFQKk&t=105
für mehr als ein "mittel", also 3 von 6 möglichen Punkten reicht es hier leider nicht.
achja, als Titelbildzeichner wird Sebastia Boada vermutet.
Mike Hunter baut also auf der Heimfahrt nach King's Castle einen Autounfall, er und Damona King können sich gerade noch aus dem Wagen retten, bevor der explodiert. Damona spürt, dass der Unfall wohl eine schwarzmagische Falle war. auf der Suche nach Hilfe stolpern sie durch den Wald und werden denn auch von geflügelten Schattenwesen angegriffen. Damona entsinnt sich eines altes Bannspruchs und kann die beißenden und zwickenden Angreifer in die Flucht schlagen. da bricht ein Urweltmonster aus dem Welt, einer haushohen Raupe ähnlich. Damona kann ihre Hexenkräfte aktivieren und das Monster erledigen.
unser Pärchen kann den Wald hinter sich lassen und erreicht schließlich ein unwirtlich wirkendes Wirtshaus, das zu betreten unsere zwei erst noch zögern, bis ein Gewitter losbricht, mit urweltlichem Donner und walnussgroßen Tropfen. patschnass treten also ein in die "Herberge der lustigen Witwen", treffen dort aber keine Grisetten und auch nicht Clocio, Margot, Froufrou, sondern die drei alten Frauen Francis, Lydia und Maggie. Damona und Mike merken rasch, dass sie hier in eine Falle gegangen sind, doch noch bleiben die drei Alten untätig. neue Gäste treffen ein, Ernest Sorlster mit Frau Laura und Schwägerin Pat Simpson, auch sie hatten eine Autopanne. Damona spürt, dass Laura ebenfalls eine Hexe ist, das aber offenbar selber noch nicht weiß, und daher sich auch noch nicht entschieden hat, ob sie eine gute oder böse sein will... die Neuankömmlinge nehmen eine Mahlzeit zu sich, danach will Sorlster zurück zum Wagen, doch ist die Eingangstür verschwunden - er kommt nicht mehr aus dem Haus. bis die Tür wieder auftaucht und neue Gäste eintreffen, Rudy Steiner und Henry Ryall die unterwegs den jungen Autostopper Dan mitgenommen haben.
nun wird rasch klar, dass die alten Frauen in Wahrheit ebenfalls Hexen sind, die wie im Märchen in regelmäßigen Abständen Opfer anlocken. sie hatten damals ihre tyrannischen Männer umgebracht, daher der Name der Herberge. eine vor ihren Schwestern fliehende, abtrünnige junge Hexe hatten die drei erst eingesperrt, dann von ihr Magie gelernt und mit ihrer Hilfe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen: vier Tote vor Mitternacht, vier Tote nach Mitternacht, stündlich verteilt. das Höllenritual. als die junge Hexe die drei Witwen verlassen wollte, wurde sie von ihnen umgebracht. seit ihrem Tod hilft sie mit, neue Opfer herbeizulocken. die Gaststube ist dabei eine Art Zwischensphäre, und bildet das Tor zur bösen Dimension, in der die Opfer ihre Energie, sprich: ihr Leben abliefern. der Körper der jungen Hexe liegt unversehrt in einem Glassarg, und wird von einem Zyklopen namens Gorlo bewacht und beschützt zugleich.
es stellt sich heraus, dass die junge tote Hexe in der Person der Laura die Fäden zieht. es entbrennen Kämpfe zwischen Damona und Gorlo sowie zwischen Mike und Laura, die drei Alten bleiben inaktiv. während Damona ihre Kräfte einsetzt, versucht sich Mike vor der Beeinflussung der Hexe durch Alkohol zu schützen - denn verwirrte Geister schrecken Dämonen ab. unsere Helden obsiegen letztlich, können den Unhold in seine Dimension verbannen und Laura vernichten, und letztlich die Seelen der drei alten Hexen erlösen...
der Plot gefällt mir ja grundsätzlich; eine verwunschene Herberge, Frauen, die von Opfern zu Tätern werden, eine Hexe, erst vielleicht gut veranlagt, aufgrund der Umstände böse geworden. und Bösewichte, die eigentlich selbst hilflose Sklaven eines übergeordneten Bösen sind. der Fluch, alle Jahre diesem Bösen Lebensenergie in Form von Menschenopfer zuführen zu müssen.
leider wird aber von allem ein wenig zu viel serviert, und irgendwie schafft es der Autor nicht, das alles in eine stringente Geschichte zusammenzusetzen. dazu kommen viele Ungereimtheiten:
- in dem Crash hätten Damona & Mike sehr leicht den Tod finden können, ebenso bei der Attacke durch den Urzeitwurm; sie sollten ja aber nicht getötet, sondern in die Herberge gelockt werden? wer das alles gelenkt hat, bleibt auch unklar, die drei Hexen?
- das Verwirrspiel um die junge Hexe Laura; die hat offenbar Sorlster und Simpson magisch beeinflusst, damit Sorlster sie für seine Ehefrau, und Simpson sie für ihre Schwester hält; etwas umständlich, sie wären ja aufgrund der Autopanne ohnehin in die Herberge gekommen?
die diversen Kämpfe fand ich auch gar nicht so schlecht, und wie es reihum den Gästen an den Kragen geht, das war durchaus actionreich, aber auch düster. die ganze Geschichte rund um Gorlo hingegen eher lächerlich, zumindest aus heutiger Sicht, 1978 mag das noch anders gewirkt haben.
was mir bei Herrn Hary immer wieder mal auffällt, ist dieser reißerische Stil:
Zweige peitschten ihr Gesicht, versuchten, sich in ihren Haaren zu verhaken
schwarze, peitschende Haare bedeckten den ekligen Körper
die Todesangst und das Grauen peitschten ihre Nerven
unsere Nerven waren aufgepeitscht, das Gewitter schürte unseren Haß
aus dem Wald drang ein urweltliches Stöhnen
dann rollte urweltlicher Donner über die beiden hinweg
das Monster stieß ein urweltliches Röhren aus
da: ein urweltliches Brüllen!
das urweltliche Brüllen war ganz nahe
wieder frage ich mich, ist das heftromantypisch, und fanden das die Leser in den 70er Jahren als toll? ich lächle darüber, gefallen tut es mir nicht.
der Autor lässt unser Hexlein auch einen "Goritenspruch" rezitieren. damit verweist W.A. Hary auf eine seiner eigenen Schöpfungen, den Geisterdetektiv und Teufelsjäger Mark Tate. der hatte seinen ersten Auftritt zunächst als Subserie in der Reihe Geister-Krimi. der Seelenwanderer wurde mindestens tausendmal wiedergeboren, "seit ich einst Mahsa, aus dem Stamm der Goriten war, vor undenklichen Zeiten, die in keinen Annalen der Menschheit vermerkt sind, weil das Böse es nicht will und alle Spuren vernichtete. Fast alle! Denn ich selber bin der lebendige Beweis, als der letzte der Goriten, hier und heute..." um diesen "geheimnisvollen, uralten Stamm der Goriten" drehten sich einige der Abenteuer. Exkurs aus
bei diesem Geplänkel zwischen Damona und Mike musste ich noch einmal an den Léhar Franzl denken: "Du Ärmster! So schlecht geht es dir mit mir?" "Noch schlechter! Ich liebe dich trotzdem!" Er lächelte ebenfalls. Dann riß er Damona an sich. Sie küßten sich, als wäre die Welt wieder für sie in Ordnung. https://www.youtube.com/watch?v=VwldhHxbTzA&t=55s
und einmal zitiert der Autor Bruce Low und seine eingedeutschte Version des alten Hauses von Rocky Docky:
Dieses Haus ist voller Stimmen, die kein Sterblicher versteht,
dieses Haus ist voller Wunder, wenn der Nachtwind es umweht.
Dieses Haus hat viele Türen und nicht eine führt hinaus,
denn wer drin ist, der bleibt drin in diesem Haus.
https://youtu.be/JF-vQvZFQKk&t=105
für mehr als ein "mittel", also 3 von 6 möglichen Punkten reicht es hier leider nicht.
achja, als Titelbildzeichner wird Sebastia Boada vermutet.